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Groupon - Trend oder Hype? Was steckt wirklich hinter dem Social-Commerce-Wunder

veröffentlicht am 25.02.2011 unter Werbung
Groupon (Group + Coupon) bietet tägliche Rabatte an, wenn sich im Netz eine Masse von Interessierten dafür begeistern lässt. Die Aktionen laufen in der Regel jeweils 24 Stunden. Groupon selbst verdient an den Provisionen für diese Rabattangebote. Die Zahlen sind zweifellos beeindruckend: 2008 wurde das Unternehmen gegründet. Für das laufende Jahr schätzen Analysten den Umsatz von Groupon auf 350 bis 500 Mio. US-Dollar. So schnell ist nicht einmal Google gewachsen.
Die Konkurrenz ist auf der Hut und wittert ebenfalls das große Geschäft. Der ärgste Mitbewerber, LivingSocial (http://livingsocial.com/), hat am 19. Januar 2011 eine Kooperation mit Amazon an den Start gebracht. Über Online-Coupons auf LivingSocial konnten Amazon-Käufe in Höhe von 20 US-Dollar als Schnäppchen für 10 US-Dollar erworben werden. In den ersten beiden Stunden des Deals verkaufte LivingSocial Coupons in Höhe von 2 Millionen US-Dollar.

Massenrabatte online als neuer Business-Hit - wird Geiz jetzt doch noch geil? Im Dezember mussten Unternehmen Schlange stehen, um über bzw. dank Groupon mit ihren rabattgierigen Kunden ins Gespräch zu kommen.

Die Pros von Groupon: Global, lokal, trendsensibel
  • Groupon nutzt das Internet dafür, was es am besten kann: eine globale Reichweite aufzubauen und lokale Käufe zu möglichst niedrigen Preisen in die Wege zu leiten.
  • Groupon nutzt ebenfalls die Vorteile von Social-Media optimal: Menschen raumübergreifend zusammenzubringen und für eine gemeinsame Idee zu begeistern.
  • Groupon hat einen wichtigen neuen Retail-Trend genau verstanden: Menschen möchten beim Einkauf die alte Rollenaufteilung zwischen Käufer und Verkäufer aufheben
Die Kontras von Groupon: Billig ist kein Alleinstellungsmerkmal
  • Groupon könnte an den monströsen Erwartungen der Investoren scheitern, die in einer aktuellen Finanzierungsrunde sage und schreibe 950 Millionen US-Dollar in das Unternehmen pumpten.
  • Groupon ist nicht Google und auch nicht Facebook. Sowohl der Suchmaschinenbetreiber als auch das Social-Media-Portal haben sich in kürzester Zeit eine Alleinstellung erarbeitet. Bei Groupon ist das definitiv nicht der Fall.
  • Groupon basiert auf der Idee des günstigsten Preises und baut drumherum eine zugegebenermaßen kluge und einladende Social-Media-Umgebung. Doch "billig" ist kein nachhaltiger Trend und kein Alleinstellungsmerkmal.
Fazit: Groupons Liaison mit Tencent, dem chinesischen Facebook, markiert einen Wechsel in der Expansionspolitik des Online-Dienstes. Erstmals kauft sich das Gutschein-Portal nicht bei Wettbewerbern vor Ort ein, sondern sichert sich über den Tencent-Deal wichtige Vorort-Kontakte im Land der Mitte. Der Börsengang wird wohl im Frühjahr 2011 stattfinden.

Groupon ist dann eines der ersten Social-Media-Projekte, das den Sprung nach Asien wagt. Offen bleibt, ob wir mit Social Media jetzt noch einmal eine gigantische Blase erleben, wie es 1999 mit den Internetfirmen der Fall war. Groupon hat ein solides Geschäftsmodell, das auf relevanten Trends aufbaut. Entscheidend wird in den nächsten 2 Jahren sein, ob Groupon die unangefochtene Nummer 1 auf seinem Markt bleibt.
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Hubert AndrejewskiHubert Andrejewski, Alutronic Kühlkörper GmbH & Co. KG, Halver


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Bernd Röthlingshöfer
Bernd Röthlingshöfer
Chefredakteur von
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