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Das lesen Sie in dem Trendletter, Juli 2008

Wie das Mobiltelefon künftig Krebszellen findet und Staus meldet

Daniel Fletcher will jedes Mobiltelefon auf der Welt in ein Medizinlabor verwandeln: Der US-Wissenschaftler hat einen Aufsatz entwickelt, der auf die Kamera des Handys gesteckt wird und es in ein Mikroskop verwandelt. Am Ende des so genannten CellScope befindet sich eine kleine Scheibe, auf die etwa ein Tropfen Blut aufgebracht werden kann. Das CellScope vergrößert das Bild so stark, dass sich einzelne weiße und rote Blutkörperchen erkennen lassen. Ein so geschossenes Foto kann zur Diagnose per Kurznachricht an einen Arzt gesendet werden. Fletcher ist in der Lage, anhand der Handyfotos Malaria zu diagnostizieren.

Gesellschaft: Warum sich Kinder wieder Beulen holen dürfen

Sie tragen Knieschoner, Ellenbogenschützer und bei jedem Wetter einen großen Hut, der jeden UV-haltigen Sonnenstrahl abfängt. Im Rucksack: das Mobiltelefon mit Ortungsfunktion. „Paranoid Parents“ werden im englischsprachigen Raum Eltern von Kindern genannt, die mit all diesen Accessoires ausgestattet sind.

US-Autor: „Die Vorstadt ist zum Sterben verurteilt“

„Mega-Einkaufszentren sterben aus. Wohnen auf der grünen Wiese wird zum Auslaufmodell. Arbeitswege, die länger sind als 15 km, mag niemand mehr in Kauf nehmen. Wohnen und Arbeiten konzentrieren sich wieder in den Kerngebieten der Städte.“ Das ist die Vorhersage von James Kunstler, einem bekannten amerikanischen Autor („The Rise and Decline of America‘s Man-made Landscape“).

Erst der richtige Service macht Produkte zum Erfolg

Die Bank of America wollte mehr Kunden für ihre Sparkonten gewinnen. Als interessante Zielgruppe erkannte man junge Mütter. Ein Team von Verbraucher- Erforschern begleitete Mütter beim Einkaufen, beobachtete ihr Verhalten zuhause und sprach mit ihnen über das Sparen. Aussage: „Wir wollen gerne sparen, kommen aber nicht dazu.“ Für dieses Bedürfnis entwickelt die Bank eine neue Bezahlkarte, Produktname: Keep the Change (übers.: Behalte das Wechselgeld). Wenn mit der Karte ein Einkauf bezahlt wird, rundet die Bank die Summe auf dem Kassenbon bis zum nächsten ganzen Dollar auf. Dieser Unterschiedsbetrag wird automatisch vom Girokonto auf das Sparkonto des Kunden überwiesen. So können die Kundinnen ohne zusätzliche Mühe sparen. Erfolg innerhalb von einem Jahr: 2,5 Mio. neue Kunden, 700.000 neue Bankkonten.

Diese Management-Trends prägen die nächsten Jahre

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Innovationen im Management die Art verändert, wie Unternehmen geführt werden.

Fallstudie: Mit Internet-Video vom Eckladen zum Großversender

Vor ein paar Jahren war er noch ein ganz gewöhnlicher kleiner Weinhändler. Dann entschied sich Mitinhaber Gary Vaynerchuck, mehr aus seinem Geschäft zu machen: Er führt 19 Minuten lange Weinverkostungen durch, filmt sie und stellt die Filme ins Internet.

Schwellenländer: So erreichen Sie vier Milliarden neue Kunden

66 Prozent Marktanteil – auf diesen Wert kommt der Handyhersteller Nokia in Afrika. Damit beweisen die Finnen, dass sich selbst mit Menschen, die mit wenigen Dollar am Tag auskommen müssen, gutes Geld verdienen lässt. Das Erfolgsrezept von Nokia: qualitativ hochwertige Geräte, mit denen sich gut telefonieren lässt – mehr aber auch nicht. Auf Funktionen wie MP3-Spieler, Kamera oder Terminplaner verzichtet Nokia bei Mobiltelefonen für den afrikanischen Markt. Vom robusten und staubdichten Modell Penny etwa (Preis: 50 Dollar) wurden 200 Mio. Stück verkauft.

Handel I: Wie der Supermarkt der Zukunft aussieht

Warten an der Kasse, Kramen nach Kleingeld, liebloses Discount-Ambiente – das soll bald alles der Vergangenheit angehören. Wie, das zeigt jetzt die Metro AG: In Tönisvorst bei Düsseldorf hat das Unternehmen den Future Store eröffnet – ein SB-Markt von Real, in dem alle jene Technologien getestet werden, die Einkaufen künftig bequemer machen sollen. Der Trendletter hat den Markt besucht und fasst die wichtigsten Entwicklungen für Sie zusammen.

Per Mitmach-Netz neue Kontakte zu Kunden knüpfen

Wie bekommt ein Unternehmer ohne viel Einsatz 200.000 warme Kontakte zu Kunden? Victoria‘s Secret ging diesen Weg: Der Hersteller von Damenmoden und Dessous stellt sein Profil auf www.myspace.com, ein digitales Poesiealbum für Jugendliche und Erwachsene. Erfolg: Binnen weniger Monate zählt Victoria‘s Secret über 200.000 so genannte Freunde, also aktive Verknüpfungen zu anderen Nutzern dieser Plattform. (Bitte www.myspace.com/vspink im Netz ansehen. Klicken Sie sich zu einigen Kundinnen weiter.) Dieses Beispiel zeigt: Aufbau und Pflege der Beziehung zum Kunden sind künftig eine Straße mit Gegenverkehr.

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