
Konsumtrend: Besser, nicht billiger leben
Inzwischen werden die Kosten von Geiz ist geil sichtbar: Auf
dem Kassenzettel sieht der Verbraucher zwar niedrige Preise
– aber bezahlt hat er nicht nur aus der Geldbörse,
sondern auch mit Zeit und Verlust an Lebensqualität. Denn
die Fahrt zu einem Großwarenhaus ist mühsam, der Laden
ist hässlich. Andreas Giger, Zukunftsexperte und
Gründer von Sensonet, ortet eine neue Entwicklung:
„Vom Geld zum Geist“ beschreibt den Vorgang, der
viele Kunden bewegt. Deren Interesse verlagert sich von
materiellen zu immateriellen Werten, von Quantität zu
Qualität.
Organisation der Zukunft: Nicht selber steuern, sondern
steuern lassen
In Ihrem Auto sind selbststeuernde Vorgänge schon
Standard: ABS verhindert, dass Bremsen blockieren. Das
Navigationssystem führt zum Ziel. Der Abstandswarner
verhindert, dass Sie auf den Vordermann auffahren. In der
Organisation des 21. Jahrhunderts wird es eine parallele
Entwicklung geben – Erfolg haben jene Unternehmer, die
vermehrt kleine Teams als selbststeuernde Einheiten nutzen.
Vorgabe: so viele Entscheidungen wie möglich in diese
Einheiten verlagern. Anders werden Sie der weiter wachsenden
Komplexität nicht mehr Herr.
Zulieferer I: Betriebsbesuch als Wertquelle nutzen
Mehr Transparenz schaffen im Einkauf bleibt ein wichtiges
Thema. Zentraler Punkt hier: Sie sollten die Verhältnisse
bei Ihren A-Lieferanten gut kennen, und zwar aus eigener
Anschauung. Besser als das Treffen mit dem Lieferanten im
Sitzungsraum ist der ausgiebige Rundgang durch dessen
Räumlichkeiten. So entdecken Sie neue Ansatzpunkte für
Verbesserungen, Preissenkungen und optimierte Abläufe.
Zulieferer II: So gestalten Sie die Zusammenarbeit
erfolgreich
Neue Produkte und Dienstleistungen müssen immer schneller
auf den Markt kommen. Wer lahmt, wird vom Wettbewerb
überholt. Deshalb gewinnt gemeinsame Wertschöpfung mit
den Lieferanten an Bedeutung.
So nutzen Sie die Vorteile des Mitmach-Netzes
Die Praxis des Internet 2.0: Jeder ist Absender und
Empfänger zur gleichen Zeit. Im Netz entsteht ein
andauerndes Gespräch zwischen den Nutzern mit verlockenden,
scheinbar unbegrenzten Kontaktmöglichkeiten.
Fallstudie: Wie Carrera mit der alten Marke auf die
Pole-Positon fährt
Carrera, die Traditionsmarke, war praktisch am Ende. Dann kam
Dieter Stadlbauer. Er übernahm den Betrieb 1999, zuvor war
er bereits Vertriebspartner in Österreich. Für 1 Mio.
Euro werden neue, bessere Modellautos entwickelt, eine weitere
Million geht ins Marketing – TV-Werbung in den
Privatsendern soll die Gunst der Kunden zurückgewinnen.
Lebensmittel: Wie hohe Preise neue Märkte schaffen
Noch nie waren Lebensmittel so teuer wie heute. Der
Lebensmittelpreis-Index des „Economist“ hat seinen
höchsten Stand seit 1845 erreicht. Eine Tonne Weizen etwa
ist doppelt so teuer wie noch vor einem Jahr. Nach einem halben
Jahrhundert fallender Lebensmittelpreise vollzieht sich damit
eine Trendwende. Lebensmittelpreise steigen – und zwar auf
absehbare Zeit.
Bauwirtschaft: Spezialfirmen für das Eisberg-Haus
händeringend gesucht
In der britischen Hauptstadt London herrscht Baufieber.
Äußerliche Anzeichen gibt es dafür nicht, denn
die Bautätigkeit findet unter der Erde statt: Immer mehr
wohlhabende Hausbesitzer legen sich zusätzliche
Kellerstockwerke an.
Versicherungen: So wird das Angebot künftig
maßgeschneidert
Sein tägliches Training auf dem Laufband lässt James
Baddeley nur selten aus. Selbst auf Reisen versucht der britische
Geschäftsmann, eine halbe Stunde zu laufen. Dafür hat
er einen guten Grund: Geld. Baddeley trägt einen
Schrittzähler am Gürtel, der seine Bewegungen
protokolliert. Und wenn er jede Woche auf 50.000 Schritte kommt,
senkt seine Krankenversicherung die Prämie.
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