
Vision: Wie Deutschland im Jahr 2030 aussieht
Aus den heute 20-Jährigen rekrutiert sich die
Unternehmerschaft der Zukunft. Deshalb ist die Frage interessant,
welche Vorstellungen der Nachwuchs von künftigen
Entwicklungen hat. Studenten der TU Chemnitz fassten das, was sie
von der Welt im Jahr 2030 erwarten, in einer Studie zusammen. Die
Einschätzungen sind überraschend wenig visionär
– der Trendletter
gibt Ihnen diese
Übersicht:
So wird Bildung zum globalen Exportschlager
Zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft legt
der britische „Economist“ ein Dossier vor, Titel:
„The Brains Business“. Die Grundlinie der 24-seitigen
Analyse: Bildung wird kommerzialisiert, was sowohl den Kunden zum
Vorteil gereicht als auch neue Chancen für Investoren und
Unternehmer eröffnet. Für Trendletter-Leser hier die wichtigsten
Entwicklungen:
Mit saisonalen Produkten 20 Prozent mehr erlösen
Gerolsteiner tritt die Flucht aus der Commodity-Hölle an.
Sonnenvitamin und Milder Winter heißen zwei neue Sorten
Mineralwasser, die seit Oktober in den Regalen stehen. Beide sind
nur begrenzte Zeit in limitierter Menge zu bekommen – und
werden auch mit diesen Aussagen beworben. Damit betritt die
Wassermarke Neuland. Denn künstliche Produkt-Verknappung gab
es bislang bei Mineralwässern nicht. Die Strategie des
Abfüllers: Mit Einführung eines so genannten Seasonals
will man sich der Vergleichbarkeits-Konkurrenz entziehen und
zudem die bewährte Erfahrung nutzen: Mit den verknappten
Produkten lassen sich Preisaufschläge bis zu 20 Prozent
erzielen.
Ganz neu ist dieses Vorgehen nicht. In Zukunft aber werden mehr
Unternehmen das Seasonals- Format nutzen. Denn es signalisiert
dem Kunden Aktualität, Dringlichkeit und an eine Saison
geknüpfte Kaufgründe. Künstliche Begrenzung finden
viele Käufer faszinierend. Das Konzept lässt sich in
unterschiedlichen Geschäften umsetzen:
Warum es höchste Zeit ist, für die alternde
Belegschaft zu planen
Unternehmen sollten künftig einen Demography Manager
einsetzen – dieser soll die besonderen Aufgaben managen,
die mit der alternden Gesellschaft neu auf die Agenda kommen.
Denn auf den Umbruch vorbereitet ist kaum ein Unternehmen, wie
eine Studie der Zeppelin University ergab.
Budgets: Wie weniger Planung wertvolle Ressourcen
freisetzt
Der Budgetprozess kostet oft zu viel Zeit. Manager und
Finanzverantwortliche sitzen tage-, in manchen Unternehmen
wochenlang zusammen und planen Zahlen für die Zukunft.
Ändern sich dann Eckwerte wie der Dollarkurs
überraschend um 10 Prozent, ist die Arbeit Makulatur.
Einige Stimmen fordern deshalb, dass für die Budgetierung
künftig die Regel gelten sollte: so wenig wie möglich,
so viel wie gerade nötig. Denn oft ist eine
oberflächliche Schätzung, die schnell erledigt ist,
genauso leistungsfähig wie das tagelange Brüten
über den Zahlen hinter dem Komma.
Fallstudie: So entzieht sich Best Buy erfolgreich dem
Preiskampf
Best Buy bietet einen neuen Service an. „Wir reparieren
ihren Computer an jedem Ort, zu jeder Zeit, egal, wo sie ihn
gekauft haben“, lautet die Botschaft des Angebots, das an
sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Verfügung
steht. Der Elektronik-Einzelhändler vermarktet seine
Service-Truppe über seine 700 stationären Läden.
Die mobilen Mitarbeiter sind mit Uniformen und auffälligen
Fahrzeugen ausgestattet. Sie reparieren die Geräte direkt
beim Kunden zum Festpreis.
Warum Sie künftig mehr in gutes Management investieren
sollten
Eine Zahl, die Alarm auslösen sollte: Nur 47 Prozent der
Mitarbeiter sind motiviert bei der Sache und bringen das
Unternehmen weiter. Der größere Rest hat sich
innerlich schon von der Arbeit verabschiedet, ermittelte eine
Studie von The Executive Committee (TEC), einer internationalen
Führungskräfte-Organisation. Die nötige
Schlussfolgerung lautet: Unternehmen sollten mit mehr Härte
an den weichen Faktoren arbeiten. Denn: Was nützen ein neues
Prozessmanagement oder die neue, kostspielige Maschine, wenn
Mitarbeiter das nicht unterstützen?
Auch Mittelständler lassen in Zukunft ihre Verwaltung in
Indien erledigen
15 Mio. neue Arbeitskräfte kommen in Indien jedes Jahr
auf den Markt. Diese Entwicklung wird in den nächsten Jahren
andauern. Sie bildet das Potenzial für den
Wettbewerbsvorteil Indiens in der Weltwirtschaft: Der
Subkontinent ist die größte Back-Office-Fabrik der
Welt.
So wird Supermarkt-TV zum Werbeträger von morgen
Es ist der fünftgrößte TV-Sender der USA: 110
Unternehmen schalten hier Werbung, darunter Schwergewichte wie
Procter & Gamble und Unilever. Die Rede ist von Wal- Mart TV,
dem hauseigenen Fernsehkanal der Supermarktkette. Ausgestrahlt
wird das Programm über Bildschirme, die in den Gängen
von 2.500 Filialen hängen. 122 Produkte wurden auf Wal-Mart
TV im letzten Jahr vorgestellt. Die Werbepreise entsprechen denen
herkömmlicher Fernsehsender.
Logistik: Diese Geschäftszweige wachsen weiter
Airbus macht es vor: Bei der Montage des neuen Super-Jumbos
A380 betreibt der Flugzeughersteller erstmals kein eigenes Lager
mehr. Die gesamte Versorgung mit 47.000 Einzelteilen
übernimmt der Logistik-Dienstleister Stute, eine Tochter von
Kühne & Nagel. Dieser so genannten Kontraktlogistik
gehört die Zukunft: Immer mehr Unternehmen lagern
große Teile der Wertschöpfungsketten an
Logistik-Dienstleister aus. Vorteile: Die Komplexität sinkt;
außerdem wird die Bilanz dadurch verkürzt, dass
Dienstleister die kapitalintensive Infrastruktur wie
Lagerhäuser etc. finanzieren. Erwarten Sie, dass die
Logistikbranche künftig in diesen Bereichen wächst:
Mobile Health: Warum wir künftig den Arzt in der
Hosentasche tragen
Gary Katz kämpft mit einem zu hohen Cholesterinspiegel.
Deshalb musste der New Yorker schon einmal ein Essenstagebuch
führen. In Zukunft ist das überflüssig. Katz
fotografiert einfach jede Mahlzeit, mit seinem Mobiltelefon.
Einmal pro Woche schickt er die Bilder an den Internetdienst My
Food Phone. Hier analysiert ein Ernährungsberater die
Mahlzeiten und schickt Menü-Empfehlungen zurück auf
Katz‘ Handy.
Wie die Mini-Fabrik ins Wohnzimmer einzieht
Die Geschirrspülmaschine gehört bald zum Gestern.
Denn in Zukunft wird im Haushalt ein Apparat gleicher
Größe stehen, der viel mehr kann: Er produziert
Tassen, Teller und Schüsseln für jede Mahlzeit nach
Wahl – egal ob für 2 oder 12 Personen. Nach dem Essen
schmilzt der Geschirrmacher die Teile wieder ein und hebt den
Rohstoff bis zur nächsten Mahlzeit auf.
Neue Erfindungen gegen Energieknappheit
Spritverbrauch halbieren, Schadstoffe reduzieren – das
soll ein neues Gerät leisten, das einfach nur vor den Motor
eines Autos geschaltet wird. Gebaut hat den so genannten
H2N-Generator ein kanadischer Erfinder. Prinzip: Das Gerät
von der Größe eines DVD-Spielers enthält ein
Gemisch aus destilliertem Wasser und Chemikalien. Es produziert
reinen Wasserstoff, der zusammen mit dem Benzin in den Motor
geleitet wird. Folgen: saubere Verbrennung und ein höherer
Wirkungsgrad. Die nötige Energie zieht das Gerät aus
der Autobatterie.
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