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Wertewandel in der Jugendkultur: Millennials, Gen X, Gen Y, Generation Facebook, iGen - was Jugend und Jungsein im 21. Jahrhundert bedeutet

veröffentlicht am 26.03.2011 unter Trends & Zukunft
80 % der Berichterstattung über Jugendliche in den Medien ist negativ. So hat es sich in der veröffentlichten Meinung in der deutschen Presse seit Jahrzehnten zum Ritual verfestigt: Jugend ist eine Problemkategorie (http://bit.ly/spiegel-schulspiegel). Aber Jugend im 21. Jahrhundert ist anders.

Bei den Jugendlichen in den USA vollzieht sich gerade ein dramatischer Wertewandel. In Ansätzen ist eine ähnliche Bewegung auch in Deutschland und Zentraleuropa zu beobachten. Die Rezession (http://bit.ly/american -observer), die Amerikas Jugend viel stärker berührt hat als in Europa, hat hier viele Tendenzen verstärkt.

Aber der Grundtrend war schon vorher feststellbar. „Cause and Community“ ist das neue Lebensmuster einer Generation, die ihre persönlichen Sehnsüchte viel stärker an gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Veränderungen knüpft als die Generationen vor ihnen.

Sie sind optimistisch und idealistisch, aber nicht weil sie den ganzen Tag die rosarote Brille tragen, sondern weil sie an die Selbstwirksamkeit ihrer Fähigkeiten glauben.
Schaut man auf die Millennials, die Generation Y, die Generation Facebook oder die iGen, wie sie gerade in der deutschen und amerikanischen Forschung bewertet wird, ist eines auffällig: „There is no such thing as the average Joe.“

Es gibt den Durchschnittsjugendlichen nicht mehr, es gibt auch den typischen Rebell nicht mehr und den angepassten Jungspießer ebenfalls nicht - weil es keine konsistente Jugendkultur mehr gibt. Wie es der Jugendforscher Klaus Farin kürzlich formuliert hat:

Neue Trends werden so schnell von Medien aufgegriffen und zum Mainstream geformt, dass das langsame Heranwachsen einer großen Jugendkultur kaum mehr möglich ist.“ (http://bit.ly/ spiegel-schulspiegel).

Auffällig am Jungsein im 21. Jahrhundert sind eine fast dramatisch zu nennende Sehnsucht nach Werten sowie das Bedürfnis, beruflichen Erfolg und privates Glück mit gesellschaftlichem Engagement zu verbinden. Einige Belege aus der amerikanischen Forschung:

Einflussreiche Untersuchungen vergleichen den optimistischen und idealistischen Spirit der Jungen schon jetzt mit dem ihrer Großeltern-Generation, der Kriegsgeneration (http://bit.ly/americancivic- life).

Der bedeutsame Unterschied liegt darin: Im Gegensatz zu ihren Großeltern nehmen sie diese Werte nicht im Rahmen einer Pflichtkultur auf, die 20- Jährigen begreifen ihre Werteorientierung auch nicht als Traditionalismus - sie möchten ihre Werte mit Überzeugung verkörpern.

Folgende Werte werden zurzeit bei den Jugendlichen jenseits der 20 immer wieder genannt:

  • Authentizität
  • Achtsamkeit
  • Solidarität
  • Familie
  • Balance
  • Dankbarkeit
  • Zurückgebenkönnen
  • Selbstverwirklichung
  • Kreativität und vor allem
  • Sinn
Wenn es noch der Beweise bedurft hätte, dass der LOHAS-Lebensstil auch bei jungen Menschen eine zentrale Rolle spielt, hier sind sie (http://de.wikipedia.org/wiki/ Eike_Wenzel).

Carol Phillips (http://bit.ly/millennialvalues), die vielleicht einflussreichste Jugendforscherin in den USA, beschreibt die 20-somethings so: Während sich die heute 35- bis 45-Jährigen vor allem von ihren Altersgenossen unterscheiden wollten, treten die heute 20-Jährigen, so Phillips, mit einer fast missionarischen Überzeugung auf, die Welt verändern zu können.

Wie auch in Deutschland zu beobachten, leben sie häufig noch mit den Eltern zusammen bzw. finden Formen, unter einem Dach mit den Eltern zu leben, dabei aber nicht mehr „das Kind von früher“ zu sein.

Die Jahrgänge der heute um die 20-Jährigen, so Phillips weiter, nutzen Technologien intensiv und in ausnahmslos allen Lebensbereichen. Sie haben hohe Ansprüche an Service und an die Authentizität von Marken.

Die Soziologen Winograde und Hais haben die gängigen Vorurteile entkräften können, die den Jungen gegenüber in Anschlag gebracht werden (http://bit.ly/gene ration-myths). Sie sind weder pathologisch egozentrisch noch durch exzessiven Internet-Gebrauch für das soziale Leben ruiniert, noch erfüllen sie das Klischee der apathischen, unpolitischen Jugend, die im Alter ja doch nur Republikaner wählt.

Auch wenn sich die Millennials bei der Obama-Wahl mit 52 % für den neuen Präsidenten (30 % für Republikaner) entschieden haben, zeigten sie gleichzeitig großes Interesse an einer konservativen Steuerpolitik.

„Cause and Community“ sind die neuen Sehnsuchtshorizonte der Jugend. Erfolg wird bei den Jugendlichen nach neuen Kriterien anders bewertet als noch in den 1990er Jahren ... Vom „bad ass“ zum engagierten Gutmenschen, das beschreibt den Mentalitätswandel der jungen Menschen (http://bit.ly/artikelsuccess).

Während vor Jahren auf MTV das politisch unkorrekte „Jackass“ cool war, sorgt auf dem Musikkanal jetzt „The Buried Life“ für Orientierung und jugendliche Aufbruchstimmung. In der MTVSoap erfüllen sich 4 Jungs 100 Träume, sie tilgen die Schulden ihrer Eltern und spielen Basketball mit Obama: jugendliche Erfolgsmodelle der nächsten Jahre.

Die Digital Natives gehen gerne und bewusst offline, dabei haben aufmerksame Zeitgeistbeobachter festgestellt, dass diese Alterskohorte nicht als Netzzombies enden möchte. (http://bit.ly/digital-nativesoffline).

Da gibt es schließlich noch Grunger wie Pearl Jam oder eine Songwriterin wie Sherry Crow, die aus dem revoltierenden Pop einen umweltengagierten Diskurs, aus abfeiernden Jugendlichen Green Groupies machen wollen (http://bit.ly/ digital-natives-offline).
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