Werbung auf Plakaten, im Fernsehen, im Kino und auf Videospielen wird sich bald danach richten, wer davorsitzt oder -steht. Grund: All diese Medien sind künftig mit Kameras ausgestattet, die den Konsumenten filmen und analysieren. Zwei Beispiele zeigen, dass das keine Zukunftsmusik ist:
Beispiel 1: Kinect ist ein neues Zubehör zur Spielkonsole XBox. Es besteht aus einer Kamera, die Körperbewegungen des Spielers erfasst; so kann ohne mechanische Kontrollgeräte gespielt werden. Anwendung für das Marketing: Microsoft sagt, dass
Kinect erkennen kann, wer sich im Raum befindet, und sogar dessen Gesichtsausdruck. So ließe sich für jeden Spieler passende Werbung in die Games integrieren.
Beispiel 2: Ein Kamerasystem, das die Kinozuschauer beobachtet, hat das britische Unternehmen
Aralia entwickelt. Lachen die Leute - oder langweilen sie sich? Sind die Zuschauer jung? Sitzen vor allem Paare im Publikum oder Einzelpersonen? All diese Fragen kann das System beantworten. Der Plan: Mithilfe der Technik wird die Kinowerbung an die Zusammensetzung der Zuschauer angepasst.
Prognose: Werbemedien, die per Kamera den Konsumenten beobachten, werden sich in den nächsten drei Jahren rasant verbreiten. Hier liegen große Chancen: Werbetreibende können Rückmeldungen in Echtzeit bekommen (wie viele Kunden haben sich das Plakat wirklich angesehen?) und aus Hunderten von Reklamemotiven das effektivste herausfiltern. Die Mehrheit der Konsumenten wird die Überwachung akzeptieren - weil personalisierte Werbung der Gießkannen-Reklame vorgezogen wird.