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Vom Amateur-Schreiber zum erfolgreichen Zeitungsmacher

veröffentlicht am 26.04.2011 unter Trends & Zukunft

Die Tageszeitungen klagen seit geraumer Zeit: Zu wenig Anzeigen gäbe es und vor allem zu wenig Leser. Doch die Hysterie der großen Verlagshäuser und ihr Kampf um die überregionale Leserschaft täuschen darüber hinweg, dass regionale, nicht täglich erscheinende Zeitungen profitabel existieren können und sich Investitionen in diesem Bereich durchaus lohnen.

Der Zukunftsletter stellt Ihnen hier ein Beispiel aus Payson/Arizona vor:

Schrille neue Medienwelt: Verrenteter Metzger macht mit 5 Teilzeitreportern eine erfolgreiche Tageszeitung

Erst spät entdeckte James White seine Liebe zum Journalismus: 70 Jahre ist der Herausgeber des monatlich erscheinenden "Payson Patriot" (www.paysonpatriot.com) mittlerweile alt. Nach einem Herzinfarkt riet der Arzt ihm zu einer Beschäftigung jenseits von Baseball vor dem Fernseher und anderen Passiv-Sportarten. Skurril, aber wahr:

Der ehemalige Metzger begann Kolumnen mit Tipps und Tricks rund ums Fleisch zu schreiben. 7.000 US-Dollar investierte White daraufhin in Computer und Software. Die monatlichen Kosten (inklusive fünf Teilzeit-Reportern und zwei Teilzeit-Anzeigenverkäufern) belaufen sich auf durchschnittlich 6.000 US-Dollar, wodurch der Break-Even-Point nicht unterschritten wird. Finanziert wird die Zeitung über Werbung: 500 US-Dollar müssen Anzeigenkunden für eine Patriot-Seite auf den Tisch legen. Aber was sorgt für die Profitabilität der Amateur-Zeitung? 

Erfolgsrezept: lokal, engagiert - und auf Senioren zugeschnitten

Der Erfolg von Payson Patriot basiert auf lokalen und regionalen Nachrichten. Die 20 bis 24 Seiten starke Zeitung, die kostenlos in Läden ausliegt, prangert die Geldverschwendung der lokalen Regierung an, engagiert sich gegen häusliche Gewalt und empfiehlt die günstigsten Supermärkte. Layout und Sprache sind für den europäischen Durchschnittsbürger sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber der Bevölkerung in Payson gefällt die Mischung aus lokalpatriotischen Berichten, regionalen Business-News und örtlichen Verbraucher-Tipps. Nicht zuletzt ist der Payson Patriot aufgrund der großen Typografie bei Senioren beliebt, zu denen eine Vielzahl der Bevölkerung in Payson gehört. Angefangen mit monatlich 5.000 Exemplaren, liegt die Auflage mittlerweile bei 11.000 Stück - und White plant, ab nächstem Jahr zweimal pro Monat zu erscheinen. Obwohl White Konkurrenz hat: Der Payson Roundup erscheint zweimal die Woche in einer Auflage von 7.200 Stück.

Trendprognose des Zukunftsletters:

Die Zukunft der Zeitung liegt im Regionalen. Selbstverständlich ist es kein Kinderspiel, ein Tageszeitungs-Startup zu sein. Doch wer sich wie White an lokale Themen hält, hat gute Chancen auf Erfolg. Laut einer aktuellen Emnid-Untersuchung haben regionale Zeitungen in Deutschland speziell für die Freizeitgestaltung eine immer wichtigere Bedeutung. Aber auch der Faktor Identifikation spielt beim Griff zur lokalen Zeitung eine nicht zu vernachlässigende Rolle: So vermitteln die Geschichten aus der vertrauten Welt ein Stück Bodenständigkeit und Halt im globalisierten Alltag - in Deutschland ebenso wie in den USA.

Wer hierzulande plant, eine Lokalzeitung zu gründen oder aufzukaufen, sollte deshalb vor allem örtliche Faktoren berücksichtigen. Speziell eine sich im Umfeld einer Metropole positiv entwickelnde Kleinstadt bietet gute Erfolgschancen: Denn in den so genannten Exurbs wächst derzeit eine neue Arbeits- und Lebenswelt heran, die dank neuer Kommunikationstechnologien die ländlichen Regionen zu neuen Hotspots werden lässt.

 

 

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„In unserer Werbeagentur mit 20 Mitarbeitern bin ich im kreativen Bereich tätig und lese den Zukunftsletter seit es ihn gibt. Für mich ist er nicht nur Ideengeber, sondern auch Freizeitvergnügen: Es gibt viele spannende Themen und Ideen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und aus der ganzen Welt. Diese Vielfältigkeit macht die Lektüre vom Zukunftsletter jedesmal wieder zu einem echten Lesevergnügen. Und nebenbei erweitert man sein Wissen und seinen Horizont. Ich bleibe bestimmt noch lange dabei.“

Michael Weber, WSP Design Werbeagentur GmbH, Heidelberg

Vorgestellt
Dr. Marion Steinbach
Dr. Marion Steinbach
Chefredakteurin von
PRPraxis

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