1. Die Euro-Krise wird die politische Union erzwingen. Wir stehen an der Schwelle zur Fiskalunion - mit einem abermals verdoppelten Rettungsschirm (1.500 Mrd Euro, das sind 50 Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands), einem auf EU-Ebene zentralisierten Management aller Staatsschulden sowie einer einheitlichen Bankenregulierung.
2. Befürworter der Vereinigten Staaten von Europa (VSE) erhalten durch die Krise einen Hebel. Ihr Argument: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Europa.“ Eine europäische Wirtschaftsregierung bräuchte allerdings eine stärkere demokratische Legitimation, was die Einzelstaaten weiter schwächen würde.
3. Die Bundesregierung wird der politischen Union erst zustimmen, wenn die Last der Krise größer wird. Merkel wird erst handeln, wenn aus der heute zwar nahen, aber dennoch abstrakten Gefahr des kollabierenden Euro eine konkrete wird.
4. Deutschland wird auf jeden Fall zur Kasse gebeten. - GIPS-Länder werden mittels deutscher Steuergelder freigehalten, oder
- die EU lässt diese Länder in den Konkurs gehen, anschließend aber müssen unsere Banken mit Steuergeldern rekapitalisert werden.
5. Die Transferunion ist bereits Praxis. Deutschland ist größter Transfergeber, 1,8 Mrd. Euro p. a. gehen an Polen, 900 Mio. an Griechenland, 800 Mio. an Ungarn, 600 Mio. an Portugal.
Trendletter-Prognose: Können sich die EUMitglieder nicht innerhalb von sechs Monaten auf Punkt 1 einigen, wird der Euro als gemeinsame Währung scheitern. In jeden Fall ist Inflation näher als Deflation. Sie sollten Ihre Preisstrategie darauf ausrichten