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Outsourcing: So vermeiden Sie in Zukunft unnötige Risiken

veröffentlicht am 23.07.2010 unter Trends & Zukunft
Haben Sie auch schon Unternehmensbereiche ausgelagert? Wie immer, gibt es dabei nicht nur Vorteile, sondern auch gravierende Nachteile, wie dieser Beitrag aus dem Trendletter zeigt. Stellen Sie sich einmal folgendes Szenario vor: Ein Erdbeben in Taiwan. Die Folge: Elektronikfabriken in aller Welt stehen still. Denn nach dem Beben sind zwei Zulieferer blockiert, die diese Hersteller mit Teilen versorgt haben. Der Schaden durch den Stillstand beläuft sich auf zweistellige Millionenbeträge - pro Kunde.
Logistik-Ketten sind empfindlich. Kleine Störungen haben oft gravierende Folgen. Streiks, Naturkatastrophen oder Ausfälle in der Infrastruktur können ganze Industrien lahm legen, wie das Beispiel zeigt. Das unterschätzte Risiko beim Outsourcing: Unternehmen begeben sich in die Hände fremder Zulieferer, die oft aus Übersee kommen. Je mehr Glieder Ihrer Wertschöpfungskette außerhalb Ihres Unternehmens liegen, desto höher das latente Risiko.

Manches Unternehmen gerät hier in eine Falle: Kosten und Wettbewerb drücken, deshalb wird an Billiglohn-Standorte ausgelagert. Eine Struktur, die anfällig ist. Das Risiko steigt, je weiter der Outsourcing-Partner entfernt ist und je unsicherer die politischen Verhältnisse sind. Dazu kommen geologische und Klima-Risiken (Erdbebengebiete, Monsun usw.).

Die Paradoxie wird von den meisten Unternehmen unterschätzt: Zwar ist das Ausfallrisiko niedrig - aber wenn der Schaden eintritt, sind die Folgen erheblich. In Japan etwa explodierte vor einigen Jahren eine Chemiefabrik - in der Folge fiel die Hälfte der Weltproduktion eines Harzes aus, das in der Chip-Produktion benötigt wird. Massive Preissteigerungen waren die Folge.

Wenn Sie auslagern, insbesondere bei Offshoring, sollten Sie deshalb diese Punkte beachten:
  1. Nutzen Sie eine so genannte Double- oder Triple-Sourcing-Strategie - übergeben Sie nicht alles einem Zulieferer, sondern arbeiten Sie mit mehreren in verschiedenen Ländern zusammen, um das Risiko zu streuen.
  2. Rechnen Sie Risiko-Kosten in die Kalkulation ein.
  3. Bewerten Sie auch die regulatorischen Risiken. Beispiel: In der Folge eines Streits zwischen China und Europa, es ging um die Auslegung eines Außenhandelsabkommens, blieben 77 Mio. Pullover, Hosen und T-Shirts in chinesischen Häfen liegen. Betriebe in Europa bekamen ihre Ware nicht und erlitten Umsatzausfälle.
Trendletter-Einschätzung: Diese Risiken eingerechnet, lohnt sich nicht jeder Outsourcing-Vorgang. Lassen Sie sich deshalb nicht nur von den direkten Kosten der Produktion leiten. Diese Vorgehensweise hat sich in der Praxis bewährt:
  1. Bewerten Sie die Lage und Ihren Zulieferer jedes Jahr neu. Risiken ändern sich. Beenden Sie einen Outsourcing-Vertrag, bevor es brenzlig wird.
  2. Seien Sie nicht euphorisch. Denken Sie auch an ein Worst-Case-Szenario. Planen Sie dafür.
  3. Sehen Sie Risikovorsorge als Investition an - und nicht als Kosten!
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