Honda hat ein Problem: Der Autohersteller will ein Auto bauen, das Hindernisse auf der Straße erkennt und selbstständig ausweicht. Um das System zu trainieren, werden 10.000 Fotos benötigt, auf denen Hindernisse zuvor per Hand elektronisch markiert wurden - eine Mammutaufgabe.
Die Lösung: Honda engagierte so genannte
Clickworker -
Selbstständige, die daheim am Bildschirm kleine Aufgaben abarbeiten. Ablauf: Die 10.000 Fotos wurden an die Internetplattform
Humangrid übermittelt, bei der ca. 8.500 Clickworker registriert sind. Die Telearbeiter machten sich sofort ans Werk: Sie luden sich Fotos herunter, markierten Hindernisse und schickten die Bilder zurück an Humangrid. Pro bearbeitetem Foto erhielten sie acht Cent. Ergebnis: Der Auftrag war nach wenigen Wochen erledigt.
Diagnose:
Mit Clickworking entsteht derzeit eine völlig neue Arbeitsform - wobei sich viele der Mikrojobs keineswegs auf das buchstäbliche Klicken beschränken. Zu den Aufgaben, die bei Humangrid im Angebot sind, gehört auch das Erfassung von Adressen aus Homepages (15 Cent pro Stück) sowie das Verfassen kleiner Texte (4,50 Euro für 400 Wörter).
Unsere Prognose: Mittelfristig wird es in Deutschland 100.000 bis 200.000 Clickworker geben.
Das sind die Vorteile für Unternehmen: - Gleiche Aufgaben in hoher Stückzahl können schneller abgearbeitet werden.
- Da nur für abgearbeitete Aufgaben gezahlt wird, entfallen Verwaltungskosten.
Das sind die Vorteile für Arbeitnehmer: - Keine tote Zeit mehr. Selbst kurze Zeitabschnitte können produktiv genutzt werden.
- Auch ohne formale Qualifikation lässt sich Geld verdienen (gute Clickworker kommen auf einen Stundenlohn von ca. 10 Euro).