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Neue Geschäftsmodelle: Geben Sie Kunden die Hoheit über ihre Zeit

veröffentlicht am 21.01.2010 unter Trends & Zukunft
„Unternehmen gehen zu sorglos mit meiner Zeit um“, das sagen 95 Prozent aller Konsumenten (US-Umfrage). Auslöser: Schlecht gestaltete Produkte oder Kaufvorgänge, mangelhafter Service. Hier liegt eine ungenutzte Marketingchance, sagt Paul Nunes, Berater bei Accenture.
Seine Prognose: In Zukunft wachsen vor allem jene Unternehmen, die den Kunden entweder Zeit sparen oder ihnen die Wahl lassen, wie sie ihre Zeit nutzen. Hier einige Strategien, wie Sie den Faktor Zeit als Verkaufsargument nutzen können.

Dem Kunden die Arbeit abnehmen.

Dream Dinners hilft dabei, ein Essen zuzubereiten. Ablauf: Kunden wählen im Internet ein Gericht aus; kurz darauf können sie in einer Filiale von Dream Dinners ein Paket abholen, in dem alle Zutaten, fertig geschnitten und portioniert, enthalten sind. Den Kunden werden so pro Monat ca. 20 Stunden erspart (www.dreamdinners.com).

Den Kaufvorgang beschleunigen.
Der USSupermarkt KMart hat in einigen Filialen so genannte Abhol-Center mit Autoschaltern eröffnet. Hier können die Kunden vorfahren und zuvor im Internet bestellte Waren in Empfang nehmen (siehe Ausgabe 03/2009, Seite 8).

Das Warten abkürzen
.
Der Bio-Supermarkt Whole Foods hat in seinen Filialen in Manhatten ein neues Kassenmodell eingeführt. Kunden stellen sich an einer von drei zentralen Schlangen an; an deren Spitze werden die Wartenden vom Personal an eine der 30 Kassen verwiesen. Erfahrung: Die Wartezeit sinkt (www.wholefoods.com).

Selbstbedienung als Option anbieten.
„Niemand kauft sich einen Verlobungsring per Selbstbedienung“, lästerte die Schmuckbranche, als der Online-Händler Blue Nile vor einigen Jahren startete. Mittlerweile läuft das Geschäft mit Juwelen aus dem Netz gut. 70 Prozent der Umsätze entfallen auf Verlobungsringe (www.bluenile.com).


Diese 3 Werbeformen haben großes Zukunftspotenzial

1. Werbung, die vom Konsumenten lernt

Auf der Internet-Nachrichtenseite Digg können die Nutzer seit Neuestem über die Anzeigen abstimmen. Unter den Werbebannern ist ein grünes Häkchen bzw. ein rotes Kreuz eingeblendet. Klicken viele Nutzer das Kreuz an, wird die Werbung durch eine andere ersetzt. Erfahrung aus Tests: zwei bis drei Prozent der Konsumenten klicken auf Banner, wenn sie diese bewerten dürfen - deutlich mehr als bei herkömmlichen Internet-Anzeigen (Facebook und Reddit bieten eine ähnliche Funktion).

Trendletter-Prognose:
Anzeigen mit Bewertungsfunktion werden sich durchsetzen. Das bedeutet: Überfalltaktiken (Banner sieht aus wie Viruswarnung) sind out, Originalität, Nähe zur Zielgruppe und Humor werden wichtiger.

2. Werbung im Web-Radio schalten

Die Ausgaben für Reklamespots im Programm von
Internet-Radiostationen sind im vergangenen Jahr um 12 Prozent
gestiegen (Quelle: SNL Kagan). Plus 20 Prozent in diesem
Jahr sind wahrscheinlich.

Trendletter-Prognose: Werbung im Web-Radio hat
Potenzial, bleibt aber zunächst eine Nischenform. Für das
Medium spricht: Radiowerbung wirkt - sogar wenn der
Hörer abgelenkt ist. Das hat eine Untersuchung der Berliner
Radiozentrale ergeben. 75 Prozent der dafür getesteten Spots
lösten beim Hörer einen Kaufimpuls aus, selbst wenn er mit
etwas anderem beschäftigt war (www.radiozentrale.de).

3. Gewinnspiel auf Facebook starten

Anlässlich der Eröffnung einer neuen Filiale in Malmö hat Ikea in dem sozialen Netzwerk Facebook ein Gewinnspiel gestartet. Der Filialleiter fotografierte im Laden einige Ausstellungsräume und stellte sie auf die Facebook-Seite der Filiale. Surfer, die als Erstes einen Kommentar an eines der virtuellen Möbelstücke hefteten (tagging), bekamen es geschenkt. Die Aktion sorgte weltweit für Aufsehen.

Trendletter-Prognose:
Eine nette Idee, deren Neuigkeitswert sich jedoch schnell abnutzen wird. Großes Potenzial dagegen hat der Werbekanal an sich. Einen ausführlichen Artikel zu Reklame in sozialen Netzwerken lesen Sie in der kommenden Ausgabe.
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„Für mich als Anzeigenleiterin ist es unerlässlich, über Trends aus allen gesellschaftlichen Bereichen informiert zu sein, das ist Anregung pur. Ein riesiger Vorteil vom Zukunftsletter ist auch die Zeitersparnis, da ich in einer Informationsquelle alles Wichtige finde.“

Monika Krieger, Jahreszeiten-Verlag, Anzeigenleitung „Vital“, Hamburg

Vorgestellt
Günter Stein
Günter Stein
Chefredakteur von
„Besser verkaufen”

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