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Mitarbeiter binden ist bald wichtiger als neue einstellen

veröffentlicht am 23.08.2007 unter Trends & Zukunft
Indirekte Rekrutierungsquellen gewinnen in den kommenden Jahren an Gewicht. Denn in manchen hoch qualifizierten Professionen droht der Arbeitsmarkt auszutrocknen. Teilweise ist die Knappheit schon akut - so herrscht beispielsweise Mangel an Elektro-Ingenieuren.

Trendletter-Tipp: Wichtiger als in der Vergangenheit deshalb: die ersparte Rekrutierung. Jeder verhinderte Weggang einer guten Kraft ist besser als die mühevolle Neueinstellung eines Kandidaten, dessen Leistung Sie noch nicht kennen.

Vorbild könnte deshalb die Praxis von Applebees sein, einer Restaurantkette in den Vereinigten Staaten. Hier bekommen jene Führungskräfte eine Prämie, deren Mitarbeiter bleiben. Das stärkt den Anreiz, sich um Binde-Maßnahmen zu kümmern.
Trendletter-Empfehlung: Bieten Sie Ihren Mitarbeitern eine breite Palette von Arbeitsformaten.

100 % Vollzeit 5 Tage pro Woche arbeiten ist nicht das Format der Wahl für jeden Mitarbeiter und jede Lebensphase. Berücksichtigen Sie die Interessen von Eltern mit kleinen Kindern, Mitarbeitern, die einen Pflegefall zu Hause haben, oder solchen, die einige Zeit kürzertreten wollen. Wenn Sie hier das Vollzeit-Arbeitsverhältnis nicht erzwingen, wie das in manchem Betrieb noch üblich ist, haben Sie gute Chancen, den Weggang einer bewährten Kraft zu verhindern.

Aus demografischen Gründen wird die Nachfrage nach diesen Arbeitsformaten steigen:
  • komprimierte Arbeitswoche (an 4 Tagen die Arbeit von 5 Tagen erledigen),
  • geteilte Arbeitsplätze (2 Mitarbeiter, die gleiche Aufgaben haben, besetzen zusammen einen Arbeitsplatz) und
  • Telearbeit (Arbeiten von zu Hause aus, meist für einen Teil der Woche).

Auch New-Economy-Gestaltungsformen werden Aufwind bekommen:

Der Friseur kommt in den Betrieb, die Firma kooperiert mit einem Wäsche-/Bügelservice, ein Fahrradmechaniker kommt jeden Monat und wartet die Zweiräder der Mitarbeiter - all das ist in manchen kalifornischen Unternehmen bereits wieder Standard. Je knapper in der Alten Welt die Arbeitskräfte werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Praxis auch hier wieder mehr Zulauf findet.
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