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5 Markt-Strategien, auf die Sie im Jahr 2012 setzen sollten

veröffentlicht am 26.01.2012 unter Trends & Zukunft
1. Neue Vertriebswege besetzen.
Beispiel: BMW denkt darüber nach, Autos direkt online zu verkaufen. Ebenfalls testen will BMW mobile Verkaufsteams, die mit einem Probewagen zum Kunden kommen.

Unser Votum: Multichannel-Vertrieb ist das Thema der kommenden Jahre. Versand, stationärer Handel, Abholservice – all das müssen Unternehmen im B2C-Geschäft künftig bieten.
2. Geschäft auf benachbarte Märkte ausdehnen.
Beispiel: Bislang ist die Klett AG vor allem als Schulbuchverlag bekannt. Jetzt dehnt das Unternehmen sein Geschäft aus: Im Sommer eröffnet Klett eine eigene Grundschule. Weitere sollen folgen. Klett will für Firmen deren betriebseigene Grundschulen betreiben. Darüber hinaus betreibt Klett zusammen mit der FU Berlin die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW).

Unser Votum: Wie lassen sich vorhandene Kompetenzen nutzen, um angrenzende Branchen zu erobern? So lautet die strategische Aufgabe der kommenden Jahre. Klett nutzt obendrein geschickt den Megatrend Demografie/Arbeitskräftemangel.

3. Strahlkraft der Marke kapitalisieren.
Beispiel: IKEA eröffnet in Lübeck ein eigenes Shopping Center, in dem auch andere Einzelhändler untergebracht sind. Das Kalkül: 100 Millionen Menschen strömen pro Jahr in die Möbelhäuser; fremde Einzelhändler profitieren von dieser Laufkundschaft.

Unser Votum: Prüfen Sie, ob es sich lohnt, anderen Unternehmen Zugang zu Ihren Kunden zu gewähren. Denken Sie über Kooperationen nach – auch über Branchengrenzen hinweg. 

4. Mittelsmänner ausschalten.
Beispiel: Das Internet- Kaufhaus Amazon ist ins Verlagsgeschäft eingestiegen. Es vermarktet die Werke von Autoren als E-Book. Damit werden die traditionellen Verlage als Mittler zwischen Autoren und Buchmarkt ausgeschaltet: Amazon kontrolliert die gesamte Wertschöpfungskette.

Unser Votum: Auf vielen Märkten gibt es noch Intermediäre (Zwischenhändler, Großhändler, Makler). Das Internet ermöglicht es, diese Mittelsmänner auszuschalten. Das sind schlechte Nachrichten für die jeweiligen Unternehmen – die Entwicklung ist aber auf lange Sicht unausweichlich.

5. Kunden zu Financiers machen.
Beispiel: Buitengewone Varkens ist ein landwirtschaftlicher Großbetrieb im niederländischen Hengevelde. Kunden können hier für 100 Euro in ein Schwein investieren (Freilandhaltung). Dafür hat der Investor das Recht auf sämtliche Produkte (Schinken, Leberwurst, Speck etc.), die aus dem Tier hergestellt werden (www.buitengewonevarkens.nl).

Unser Votum: In Zeiten kriselnder Banken werden Firmen zunehmend ihre Kunden zu Financiers machen. Solche Crowdfunding-Modelle werden sich etwa in der Forstwirtschaft, in der Lebensmittel- und Energieproduktion verbreiten.
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