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Wie Sie mit Bildungs-Sponsoring schon heute die Zielgruppe von morgen erreichen

veröffentlicht am 01.01.2008 unter Sponsoring
Als das Berliner Außenwerbeunternehmen Wall eine offene Stelle zu besetzen hatte, wurden 130 von 40 Bewerbungen von vornherein wegen gravierender orthografischer Fehler aussortiert. Das Ditzinger Fertigungsunternehmen Trumpf hatte Not, trotz 1.800 Bewerbungen 35 Azubi-Stellen zu besetzen. Der Grund: mangelnde mathematische und physikalische Kenntnisse der Schulabgänger. Der deutsche Bildungsnotstand wird also auch für viele Unternehmen immer mehr zum Problem.

Angesichts leerer Kassen können Länder und Schulen den Bildungsnotstand - der auch durch die Ergebnisse der europaweiten Pisa-Studie offenkundig wurde - nicht allein beheben. Werbung bleibt in vielen Schulen tabu

Trotzdem öffnen sich Schulen nur zögernd der Verlockung, Werbung innerhalb ihrer Mauern zuzulassen und sich mithilfe der Werbeeinnahmen zu sanieren. Zu groß ist die Befürchtung, die eigene Unabhängigkeit der Lehre einzubüßen. So bleibt Werbung z. B. in Baden-Württemberg weiterhin verboten, in Berlin dagegen ist sie erlaubt.

PR Praxis-Tipp: Bildungs-Sponsoring bringt Vorteile für beide Seiten
Einen Ausweg aus der Misere bietet Bildungs-Sponsoring. Davon profitieren beide Seiten: Im sensiblen Bildungsbereich wirkt das in der Regel langfristig angelegte Sponsoring auf Schüler, Eltern und Lehrer sehr glaubwürdig. Anders als bei mancher Geldspende, die mit großem Aufwand PR-wirksam inszeniert wird, geht es nicht um schnelle Effekthascherei, sondern um dauerhafte Zusammenarbeit. Das finanzielle oder materielle Engagement der Sponsoren ermöglicht Schul- und Lernprojekte, die sonst nicht zustande kämen. Die als Sponsoren tätigen Unternehmen profitieren im Gegenzug von ihrem Imagegewinn und binden die Kunden - manchmal auch Mitarbeiter von morgen - frühzeitig an sich.

Fallbeispiel: Zusammenschluss von 30 Unternehmen setzt Maßstäbe

So haben sich vor wenigen Monaten mehr als 30 deutsche Unternehmen - unter Ihnen BASF, Bosch und Thyssen-Krupp - zur Initiative Wissensfabrik zusammengeschlossen. Vordringliches Ziel des Arrangements ist es, durch konkrete Initiativen die Lese-, Schreib- und Technikkompetenz der Schüler zu fördern und das naturwissenschaftliche und unternehmerische Denken der Schüler zu verbessern. Die PR-Abteilungen der an der Initiative teilnehmenden Unternehmen entwickeln Projekte, die in einem Ideenpool zusammengefasst werden.

Bisher liegen mehr als 120 Projekte vor, um die sich Bildungseinrichtungen bewerben können. Besonders herausragende Projekte werden als „Leuchtturm“-Projekte nachdrücklich ins Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Dazu gehört die Aktion „NAWI geht das“. In Kooperation mit Didaktikinstituten für Chemie und Technik sowie pädagogischen Experten entwickelte die Wissensfabrik standardisierte Versuchsanordnungen für naturwissenschaftliche und technische Experimente, die Grundschulen in der Kooperation mit Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik zur Verfügung gestellt werden.

Aus den Unternehmen stehen jeweils Projektverantwortliche zur Verfügung. Die Unternehmen sprechen gezielt Grundschulen in ihrer Region an und bieten Unterstützung bei der praxisnahen Vermittlung naturwissenschaftlicher oder technischer Themen. Die Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Schulen erhalten an mehreren Nachmittagen einen Einblick in die diversen Versuche. Sie lernen die Versuchsanordnung kennen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit den Versuchen. Erst durch diese Sicherheit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Versuche auch tatsächlich im Grundschulunterricht eingesetzt werden. Hauptziel der Initiative: Möglichst alle Schüler sollen selbst experimentieren können und so einen direkten Zugang zu Naturwissenschaften bekommen!

Tipp: Was Sie beim Bildungs-Sponsoring beachten sollten
  1. Bieten Sie Projekte an, bei denen die Kompetenz Ihres Unternehmens zum Tragen kommt. Achten Sie auf einen sinnvollen Zusammenhang zwischen Sponsoringprojekt und Unternehmensschwerpunkt.
  2. Stellen Sie die Inhalte in den Vordergrund. Es geht nicht darum, unter dem Deckmantel des Sponsoring Werbung zu machen. Nur wenn Ihr Engagement ehrlich ist, haben Sie Erfolg.
  3. Stellen Sie Experten und Berater aus Ihrem Unternehmen zur Verfügung.
  4. Legen Sie Ihre Sponsoringaktivität langfristig an. Achten Sie bei der Planung darauf, dass Sie auch finanziell einen langen Atem haben.
  5. Konzentrieren Sie sich auf lokale oder regionale Aktionen.
  6. Stellen Sie Ihr Branding zurück. Sponsoringmaterialien, Projektunterlagen oder Arbeitsmittel sind keine Werbebroschüren.
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