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    Führungsstil: Arbeitswelt à la Facebook – das sind die Folgen

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eigentlich ist die Maßnahme banal: Die neue Firmenhomepage soll vorgestellt werden. Die Geschäftsführung stellt eine kleine Notiz ins Intranet – und erlebt am nächsten Tag eine Überraschung: Im internen Netz gibt es seit Kurzem eine Kommentarfunktion, und über 100 Mitarbeiter haben sie genutzt, um die neue Webseite zum Teil harsch zu kritisieren.

Bis hin zu Aussagen wie „Schrott“ reichen die Wortmeldungen. Die Geschäftsführung rudert zurück, befragt die Kritiker persönlich und legt wenige Tage später eine aktualisierte Version der Homepage vor. Seitdem wird Feedback zu Entscheidungen immer vorab im Intranet eingeholt.

Dieser authentische Fall zeigt: Das Web 2.0 beginnt, das Innenleben von Firmen zu verändern. Grund: Immer mehr Unternehmen nutzen auch intern die Werkzeuge des Web 2.0 – Microblogs (Twitter), Wikis und virtuelle Teamräume, die in der Anwendung Facebook ähneln. Mit den Anwendungen ziehen auch die Regeln des Mitmach-Netzes in den Betrieb ein.

Die Folgen:
  • Mitarbeiter erwarten, dass Führungspersonen ihre Entscheidungen auf einer internen Plattform mitteilen und begründen.
  • Mitarbeiter wollen sich einbringen, Entscheidungen kommentieren. Überspitzt gesagt: Früher gab es einmal im Jahr ein Mitarbeitergespräch – in Zukunft werden Mitarbeitergespräche zum Dauerzustand.
Facebookisierung der Arbeitswelt – so nennen Wissenschaftler diesen Trend. Die Kultur des Web 2.0 durchdringt die Organisationen. Grundsätzlich gilt: Sie können und sollten diese Entwicklung nicht aufhalten, denn dann würden Sie sich wichtige Chancen verbauen:
  • Die Web-2.0-Werkzeuge steigern die Produktivität - Beispiel: Wer einen virtuellen Teamraum (Fachwort: Groupware) nutzt, braucht nicht ständig Dokumente hin- und herzuschicken. Das aktuelle Dokument liegt immer im Teamraum, für alle zugänglich. Auch welcher Mitarbeiter mit welcher Teilaufgabe wie weit ist, können alle Teammitglieder sofort sehen. Das erspart telefonische Statusabfragen.
  • Junge Mitarbeiter erwarten, dass ihnen auch im Beruf jenes digitale Arsenal zur Verfügung steht, das sie schon im Privatleben nutzen. 21 Prozent der Arbeitnehmer etwa würden einen Job ablehnen, wenn das Unternehmen Social Networks wie Facebook und private E-Mail-Nutzung während der Arbeitszeit verbietet, ergab eine Studie der IT-Sicherheitsfirma Clearswift.
  • Die so genannte Generation Y (nach 1984 Geborene) löst Probleme nicht durch Analyse, sondern indem Sie die Fragen in ihr persönliches Netzwerk einspeist. Ohne diese Vernetzungsmöglichkeit können sie die gestellte Aufgabe unter Umständen nicht lösen!
  • Wenn Sie intern keine Austauschplattform zur Verfügung stellen, schaffen die Mitarbeiter sie sich einfach selbst – etwa indem sie eine Gruppe bei Facebook, Xing oder Google+ gründen. Nachteil: Läuft die Diskussion extern ab, haben Sie sie nicht im Blick. Deshalb sollten Sie Diskussionen auf interne Netze lenken.

Mitmach-Internet: Welche 4 Aufgaben auf Führungskräfte künftig zukommen

  1. Sie sollten ständig die Stimmung in der Mannschaft im Blick behalten. Wichtig: Es ist nicht nötig, auf jede Wortmeldung persönlich einzugehen. Vertrauen Sie auf die Selbstorganisationskräfte in der Belegschaft. Die Erfahrung zeigt: Zu harsche Kritiker werden von der Gruppe zur Ordnung gerufen.
  2. Sie müssen mehr erklären. Vor allem junge Mitarbeiter erwarten das. Ordnen Sie Ihre Handlungen in den Gesamtrahmen der Strategie ein. Sprechen Sie über Visionen – verteilen Sie nicht einfach Arbeitspakete. Führung wird von einer Position zur Aktivität. Entscheider müssen eher wie ein Moderator wirken, der dafür sorgt, das sich das Potenzial der Gruppe optimal entlädt.
  3. Machen Sie sich mit den neuen elektronischen Werkzeugen vertraut. Wichtig: Sie sollten die Möglichkeiten der Medien einschätzen können, sie aber nicht allesamt perfekt beherrschen. Dass jeder Chef ein eigenes Blog führt, ist beispielsweise nicht zwingend notwendig.
  4. Behalten Sie das Zepter in der Hand. Führung 2.0 bedeutet nicht, alle Entscheidungen basisdemokratisch zu treffen. Hören Sie sich alle Argumente an – und entscheiden Sie dann beherzt selbst.

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