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Sehr geehrte Damen und Herren,
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Lesen Sie heute im Trend Alert    
Wenn sich reale Gegenstände kopieren lassen

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Amerikaner Duann Scott hatte ein Problem: An seinem Kinderwagen war ein kleines Metallteil an der Achse gebrochen. Der Hersteller verlangte für die Reparatur 250 US-Dollar. Deshalb ging Scott einen anderen Weg: Er fertigte am Computer ein dreidimensionales Modell des Teils an. Diesen Datensatz sendete er an die Firma Shapeways. Sie fertigte mithilfe eines 3D-Druckers das Teil an und schickte es Scott zu. Preis: 25 US-Dollar.

Von diesem authentischen Fall berichtet der Trendletter. Er zeigt: Der Markt für 3D-Ausdrucke (Fabbing) steht kurz vor dem Durchbruch. Nicht nur Ersatzteile, sondern auch komplette Produkte wie etwa Brillen lassen sich demnächst mit 3D-Druckern reproduzieren. Die nötigen Datensätze werden bald über Tauschbörsen im Internet zu beschaffen sein – so wie raubkopierte Musik, Bücher und Filme heute schon.

Folge: Wenn Sie im produzierenden Gewerbe tätig sind, müssen Sie damit rechnen, über kurz oder lang ein Piraterie-Problem zu bekommen. Aus unserer Sicht die beste Gegenmaßnahme: Bieten Sie einen Online-Bestellservice für Ersatzteile zu angemessenen Preisen an. Denn die meisten Konsumenten ziehen es vor, Produkte legal zu erwerben.

Beste Grüße

Ihr

Axel Gloger & Constantin Gillies,
Chefredakteure "Trend Alert"
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    Trendwörter: Botox-Ökonomie, Post-PC-Welt, Tschechdose

Hier drei Neologismen, die der Trendletter in diesem Monat aufgespürt hat:
  1. Botox-Ökonomie. Beschreibt die derzeitige wirtschaftspolitische Strategie in Berlin, Brüssel und anderswo: Der schlechte Zustand der Wirtschaft wird mit Geld vom Staat temporär verdeckt.
  2. Post-PC-Welt. Der Vormarsch der Tablet-Computer und Smartphones leitet den Abschied vom PC ein. Schon im nächsten Jahr wird es mehr internetfähige Handys als stationäre Rechner geben.
  3. Der Strom kommt aus der Tschechdose. Seit der Abschaltung unserer Atomkraftwerke exportiert Tschechien so viel Atomstrom wie nie zuvor nach Deutschland. Osteuropäische Stromerzeuger sind die Nutznießer der Energiewende hier zu Lande.

    Topmanager sollten wie Piloten trainiert werden

Diesen Vorschlag macht der Trendletter in seiner neuesten Ausgabe. Als Vorlage könnten die neuen Vorgaben dienen, die in den USA seit kurzem für die Pilotenausbildung gelten. Folgende Punkte ließen sich für die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften nutzen:
  • Neue Piloten werden immer jünger und haben weniger Vorerfahrung als früher. Sie sollen deshalb im Cockpit hospitieren, bevor sie selbst an den Steuerknüppel dürfen.
  • Gleichzeitig sollen neue Piloten unter möglichst echten Bedingungen im Simulator trainieren. Dort üben sie nicht nur Flüge, sondern studieren auch den Umgang mit Notsituationen ein.
  • Erfahrene Piloten sollen die Möglichkeit bekommen, freiwillig an Nachschulungen teilzunehmen, um ihre Fähigkeiten aufzufrischen.
  • Fehler-Situationen, die in der Vergangenheit die Sicherheit bedroht haben, sollen dokumentiert und ausgewertet werden.

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Gas geben mit Gedanken. Mitarbeiter von B-Reel steuert
Spielzeugauto mit mentaler Kraft.
    Auto mit Gedanken steuern

Dass das theoretisch möglich ist, zeigt ein Experiment Berliner Forscher: Probanden wurden in einen Fahrsimulator gesetzt, der die Hirnströme misst. Um das Fahrzeug zu bremsen, mussten sie nur an einen Bremsvorgang denken.

Ergebnis: Die gedachte Bremsung wurde 130 Millisekunden früher eingeleitet als eine Fußbremsung. Das entspricht bei Tempo 100 einer Wagenlänge weniger Bremsweg.

Der Trendletter weist auf ein weiteres, etwas spielerisches Experiment hin, dass das Potenzial der Technologie demonstriert. Mitarbeiter der britschen Firma B-Reel haben eine Gedankensteuerung für Carrerabahn-Autos gebaut. Dabei verwendeten die Tüftler ausschließlich kommerziell verfügbare Technologien. Schauen Sie sich das Video an!
    Gedrucktes ist quicklebendig

Print ist alles andere als tot: Die Auflagen gedruckter Magazine steigen wieder leicht. Wachstum gibt es vor allem beim so genannten Corporate Publishing (Firmenpublikationen). Immer mehr Markenartikler betätigen sich als Verleger, berichtet der Zukunftsletter. Sie leisten sich eigene Hochglanzmagazine, um so die Aura der Marke neu aufzuladen. Beispiele:
  • Asos ist eine Internet-Modeplattform. Das reine Online-Geschäft wird mit einem Monatsmagazin flankiert: „Asos” erinnert an eine Mädchenzeitschrift, inklusive Schminktipps und Promi-News. Sämtliche dort abgebildete Produkte kann man auch kaufen. Damit folgt Asos dem Beispiel von H&M: Die Schweden sind schon mit einem Monatstitel namens „H&M Magazin” am Markt.
  • „Der Franz” ist das Magazin von Franziskaner Weißbier. Es enthält Tipps für Auszeiten aus dem Alltag, Rezepte von Biersommeliers und Berichte über Outdoor-Aktivitäten. 

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