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Liebe Leserin, lieber Leser,
warum Sie lieber kreativ imitieren statt teuer tüfteln oder im Web 2.0 auf Risiko gehen sollten
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Lesen Sie heute im Trend Alert
 
 
Gut kopiert ist halb innoviert

Liebe Leserin, lieber Leser,

Henkel veranstaltet jedes Jahr einen internen Wettbewerb mit dem Titel „Borrow with Pride”. Das bedeutet sinngemäß: Guck" dir was ab und sei stolz drauf. Mit großem Bahnhof und Empfang im Luxushotel feiert der Konzern alljährlich die Preisträger. Und wofür bekommen die Mitarbeiter den Preis? Dafür, dass sie eine Lösung aus einem anderen Konzernteil oder einer anderen Branche übernommen haben.

Ein Preis fürs Abkupfern – skandalös? Nein, wegweisend. Denn Henkel hat verstanden, dass man das Rad nicht ständig neu erfinden muss. Warum lange tüfteln, wenn andernorts schon die Lösung auf dem Tisch liegt?

Cross Industry Innovation nennt Ellen Enkel, Professorin an der Zeppelin University, dieses Vorgehen. Sie hat über 100 Fälle begleitet, in denen Unternehmen Lösungen aus anderen Branchen für sich entdeckt haben. Ergebnis: Zeit gespart, Geld gespart, Konkurrenz abgehängt. Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass in Nähmaschinen die Technik aus einer Computermaus steckt?

Alles über die Kunst des kreativen Kopierens lesen Sie in unserem ersten Beitrag.


Beste Grüße

Ihr

Axel Gloger & Constantin Gillies,
Chefredakteure "Trend Alert"
 
 
 
Zukunfts-Strategie: Lieber kreativ imitieren als teuer tüfteln

Jeder Nähanfänger kennt das Problem: Je schneller man den Stoff durch die Maschine bewegt, desto weiter liegen die Stiche auseinander. Das wollte Bernina, ein Nähmaschinenhersteller, ändern. Die nötige Technik fanden die Entwickler auf ihrem Schreibtisch: Sie bauten in die Maschine den Sensor einer Computermaus ein. Er merkt, wenn der Stoff bewegt wird und drosselt das Nähtempo. Das Modell wurde ein Verkaufsschlager.

Statt selbst aufwändig neue Techniken zu entwickeln, bestehende Lösungen aus anderen Branchen übernehmen – diese so genannte Cross-Industry-Innovation gewinnt immer mehr Anhänger. Denn: Teure und langwierige Eigenentwicklungen lassen sich so vermeiden, außerdem kommen neue Ideen ins Unternehmen.

So spüren Sie erfolgreich Lösungen aus anderen Branchen auf:
  • Engagieren Sie Trendscouts. Firmen wie Brainstore sind darauf spezialisiert, nach Innovationen von außerhalb zu fahnden.
  • Veranstalten Sie Workshops. Vorgehen: Laden Sie externe Experten aus anderen Branchen zum Ideenaustausch ein.
  • Recherchieren Sie in Patent-Datenbanken. Wichtig dabei: Das Problem von der eigenen Branche abstrahieren. Wie das geht zeigt, ein Hersteller von Trinktüten: Er hatte eine Verpackung für Suppen kreiert und suchte einen passenden Ausgießer. Eine Patentsuche innerhalb der Lebensmittelbranche brachte keine Lösung. Erst, als nach Technologien für zähflüssige Materialien gesucht wurde, gelang der Durchbruch: Eine Ausgießertechnologie aus der Erdölindustrie kam bei der Suppentüte zum Einsatz.
  • Rekrutieren Sie Generalisten. Achten Sie bei Neueinstellungen darauf, dass Bewerber zuvor Erfahrungen in anderen Branchen gesammelt haben.
Quelle: Trendletter
 
 
 
Ford spielt im Web 2.0 auf Risiko – und wird belohnt

Um den Fiesta in den USA einzuführen, ging der Autohersteller Ford einen neuen Weg: 100 Freiwillige bekamen den Kleinwagen sechs Monate lang kostenlos zur Verfügung gestellt. Einzige Bedingung: Alle so genannten Agenten mussten während dieser Zeit auf Facebook und Twitter über ihre Erfahrungen berichten. Ford nahm keinerlei Einfluss auf die Meinungsäußerungen im Netz.

Die riskante Kampagne zahlte sich aus: 58 % aller amerikanischen Konsumenten kennen den dort bislang unbekannten Fiesta schon vor dem Verkaufsstart. Selbst Ford-Modelle, die schon drei Jahre auf dem Markt sind, kommen nicht auf einen solchen Bekanntheitsgrad!

Unser Votum: Wer in sozialen Medien Gehör finden will, muss sich von Kontrolle verabschieden. Das hat Ford verstanden – und wurde belohnt. Allerdings: Der Neuigkeitswert von solchen Kampagnen wird sich abnutzen.

Quelle: Trendletter

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Das International Institute of Not Doing Much hat sich dem Müßiggang verschrieben. Aus den Regeln des nicht ganz ernst gemeinten Vereins:
  • Tun Sie nicht mehr als eine Sache auf einmal.
  • Lassen Sie sich mit Ihren Antworten Zeit.
  • Starren Sie aus dem Fenster.
Gründer der Organisation ist der britische Schriftsteller Christopher Richards.
 
 
 
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