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Lesen Sie heute im Trend Alert

Wenn das Osterlied zum Weihnachtshit wird

Liebe Leserin, lieber Leser,

Last Christmas, I gave you my heart … Haben Sie diese Zeilen auch wieder im Ohr? Wahrscheinlich. Vor „Last Christmas” gibt es dieser Tage einfach kein Entkommen. Und so sehr der Song auch nerven mag: Sie müssen zugeben, dass er einfach perfekt zu Weihnachten passt. Kaum zu glauben, dass das Lied ursprünglich „Last Eastern” hieß und zu Ostern erscheinen sollte! Einen Welthit zu landen, hatte Sänger George Michael natürlich auch nicht erwartet.

Alles ist eben möglich, nicht nur zu Weihnachten. Das sagt auch Nassim N. Taleb in seinem Zukunftsbuch „Der schwarze Schwan”: Die größten Erfolge kommen häufig aus einer Ecke, die niemand im Blick hatte. Insofern sei Vorsicht angebracht, wenn jemand behauptet, die Zukunft genau zu kennen.

In diesem Sinne: Lesen Sie die Jahresprognosen (nicht zuletzt unsere), planen sie voraus – doch lassen sie immer noch ein bisschen Spielraum für Spontanes. Denn wer weiß: Vielleicht schlummert gerade hier Ihr persönlicher Welthit …

Schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahrzehnt wünschen




Ihr

Axel Gloger & Constantin Gillies,
Chefredakteure "Trend Alert"


Was Sie 2010 erstmals auf der Straße sehen werden

… Menschen, die sich ihr Handy vors Gesicht halten. Der Grund: Sie nutzen eine so genannte Augmented Reality-Software. Sie blendet über das Bild, das die Handykamera aufnimmt, Zusatzinfos aus dem Netz ein – zum Beispiel wo sich die nächste U-Bahnstation befindet. Unsere Prognose: Die Technik wird den Alltag verändern.

Schauen Sie sich einmal an, wie das funktioniert (Klick auf das Bild öffnet ein interessantes Demonstrationsvideo).
Demovideo Wikitude

… einen Mini-Supermarkt in der Tankstelle. Die Handelskette Spar hat in sechs BP- und Turmoil-Tankstellen in Österreich kleine Filialen eröffnet. Rewe ist bereits in 130 Tankstellen präsent. Interessant: Die Waren werden zum normalen Supermarkt-Preis verkauft. Unsere Prognose: Dem Kleinflächen-Supermarkt gehört die Zukunft!

… Krankenhäuser mit Kunstsammlung. Die größte Kunstsammlung außerhalb von Museen beherbergt das Rikshospitalet Klinikum in Oslo. Auf Design vom Star-Architekten setzt das Krankenhaus im österreichischen Tulln. Unsere Diagnose: Der Wellness-Trend erreicht die Krankenhäuser. Mit ansprechendem Design sollen Patienten zum längeren Verweilen motiviert werden – finanziert aus der eigenen Tasche.

… „Twitter verboten”-Schilder. Der Kurznachrichtendienst Twitter entwickelt sich zum normalen Medium – auch innerhalb von Unternehmen. Folge: Der Wildwuchs ist vorbei. Firmen werden Richtlinien dazu aufstellen, was und wo Mitarbeiter twittern dürfen – bis hin zum totalen Zwitscherverbot im Konferenzraum.

… Menschen, die mit der Bartercard bezahlen. Bartercard ist ein weltweites Tauschnetzwerk für Unternehmer. Alle Teilnehmer können darüber ihre Leistungen mit anderen Mitgliedern austauschen. Das funktioniert zum Beispiel so: Ein Lagerunternehmer stellt einem Hersteller von Gabelstaplern Lagerflächen zur Verfügung; im Gegenzug erhält er einen Stapler. Da seine Leistung jedoch mehr wert war als das Fahrzeug, schreibt ihm Bartercard so genannte Tauschpunkte gut – die er dann bei anderen Bartercard-Nutzern ausgeben kann. Unsere Prognose: Die Tauschwirtschaft boomt – vor allem weil Unternehmen so ihre  knappen Bargeldbestände schonen können.

Quelle: Trendletter, Zukunftsletter



4 Tipps für erfolgreiches Marketing im neuen Jahrzehnt

1. Feminisieren Sie Ihre Werbung. Weibliche Kunden zu gewinnen lohnt sich mehr denn je. Denn:
  • Frauen leisten seit der Finanzkrise einen größeren Beitrag zum Haushaltseinkommen.
  • Weibliche Kunden sind loyaler, und empfehlen Produkte, die sie mögen, häufiger weiter.
  • Frauen kontrollieren 78 Prozent des Haushaltseinkommens.
Banal aber dennoch oft vernachlässigt: Setzen Sie ein Marketingteam auf das Thema an, in dem auch Frauen vertreten sind!
 
2. Werben Sie im Geoweb. In den kommenden Jahren wird das Handy zum Lebensnavigator. Es zeigt zu jeder geografischen Position alle Unternehmen (und teilweise die passenden Kundenbewertungen an). Diese Daten bezieht das Handy aus dem Internet (Geoweb).
Unsere Tipps:
  • Setzen Sie die Adressen Ihrer Standorte auf Ihre Homepage, inklusive der Geokoordinaten!
  • Tragen Sie sich in die Datenbank von Navigationsgeräten ein, etwa bei Teleatlas.
3. Holen Sie Feedback von den Kunden ein. Bauen Sie auf Ihrer Homepage ein Bewertungssystem wie bei eBay oder Amazon ein. Es lohnt sich: Sobald hier mehr als 20 Kunden-Bewertungen zu sehen sind, steigt der Absatz der jeweiligen Produkte merklich an (Quelle: Bazaarvoice). Lassen Sie auch kritische Stimmen zu. Versuche zeigen nämlich, dass gelegentliche negative Urteile keine Rolle spielen. Ausschließlich positive Beurteilungen dagegen schrecken ab. Wichtig: Authentische Stimmen sind gefragt. Neukunden erwarten im Netz schnelle Information, kein professionelles Test-Urteil. Zu lange oder technische Bewertungen schrecken ab. Die Lösung: Lassen Sie die Kunden die Bewertungen anderer Kunden benoten (Schaltfläche „War diese Bewertung hilfreich”); so sortieren sich ungeeignete Beiträge von selbst aus.

4. Machen Sie den Kunden zum Verkäufer. Nichts überzeugt Konsumenten mehr als die Meinung eines begeisterten Kunden. Dass Empfehlungs-Marketing auch außerhalb des Internet funktioniert, zeigt der Onlinehändler Amazon mit seinem elektronischen Buch Kindl. Prinzip: Überzeugte Käufer des Geräts können auf einer speziellen Webseite ihre Kontaktdaten hinterlassen („See a Kindle in Your City”). Kunden wiederum, die sich für einen Kindle interessieren, können mit einem Fan in der Nähe Kontakt aufnehmen. Beide Parteien treffen sich dann zu einer Live-Vorführung des Geräts, meist in einem Café oder Buchladen.

Quelle: Trendletter, Zukunftsletter


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