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Lesen Sie am 16.12. im Trend Alert

Hören Sie nicht auf die Perfektionisten!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie kennen die Situation: Unterm Weihnachtsbaum liegt ein elektronisches Gerät, und schon nach dem Auspacken würden Sie es am liebsten gleich wieder wegschmeißen. Knöpfe soweit das Auge reicht. 135 Funktionen und mindestens genau so viele Seiten Gebrauchsanleitung – der blanke Horror!

Dass es auch anders geht, zeigen Jonathan Kaplan und Ariel Braunstein: Sie haben eine Videokamera gebaut, an der es nur einen großen roten Knopf gibt – den zum Aufnehmen. Flip Ultra nennen sie das Gerät. Es bietet weder die tollste Bildqualität noch die beste Linse. Dafür ist die Kamera billig. Sie kostet 150 Dollar – und verkauft sich wie geschnitten Brot.

Warum? Ganz einfach: Weil sie gut genug ist! Die Macher der Flip Ultra haben verstanden, dass die meisten Kunden nicht Perfektion suchen, sondern ein Produkt, das den Job erledigt. Mehr nicht. Die „Gut-genug-Revolution” nennt das Magazin „Wired” diesen Trend. Mehr dazu lesen Sie in unserem ersten Beitrag "Die Zukunft gehört den Gut-genug Produkten".



Beste Grüße

Ihr

Axel Gloger & Constantin Gillies,
Chefredakteure "Trend Alert"


Die Zukunft gehört den Gut-genug-Produkten

Erinnern Sie sich noch? „MP3 klingt schrecklich, das hört sich keiner an”, meckerten Audiofreaks, als Musik erstmals als Datei daherkam und nicht mehr auf CD. Und was passierte? Die meisten Musikkäufern scherten sich nicht um die Tonqualität – sie war ihnen gut genug. Sie freuten sich darüber, zum Musikkaufen nicht mehr in den Laden gehen zu müssen.

Unternehmen sollten aus diesem Beispiel lernen. Denn gerade in der Post-Krisen-Ökonomie gilt: Firlefanz ist out, Nutzwert ist gefragt. Konsumenten verhalten sich bei der Kaufentscheidung zunehmend konservativ. Das Produkt muss nicht ultramodern sein, sondern seine Funktion erfüllen. Weitere Beispiele für erfolgreiche Gut-genug-Lösungen:
  • Netbooks sind abgespeckte Laptop-Computer. Sie sind klein, billig und perfekt dazu geeignet, um auf dem Sofa im Internet zu surfen. Für die allerneuesten Spiele reicht die Rechenleistung der 300-Euro-Winzlinge allerdings nicht. Dennoch wurden allein im letzten Jahr 11 Mio. Stück verkauft – im Jahr davor war die Produktkategorie noch so gut wie unbekannt!
  • Das kostenlose Textverarbeitungsprogramm von Google verfügt zwar längst nicht über die gleichen Funktionen wie Word vom Marktführer Microsoft. Dafür ist es kostenlos und läuft im Browser – auch auf nicht mehr ganz modernen Rechnern.
  • In vielen US-Supermärkten gibt es so genannte Walk-in-Clinics. Hier können die Kunden sich kurz durchchecken oder impfen lassen – ohne Voranmeldung und zum Festpreis. Ärzte gibt es in der Mini-Klinik nicht: Stattdessen untersuchen Krankenschwestern die Patienten mithilfe eine elektronischen Fragebogens. In 80 Prozent aller Fälle reicht diese Prozedur völlig aus.
Unser Fazit: Die größten Chancen liegen auf vielen Märkten in den unteren Qualitätsklassen. Prüfen Sie, ob Sie in diesem Segment ausreichend präsent sind.

Quelle: Trendletter




Rekrutierung: Hände weg von perfekten Bewerbern

Personaler mögen es gerne perfekt: Der Bewerber soll schon in der Grundschule Chinesisch gelernt haben, später Leiter einer Pfadfinder-Gruppe gewesen sein und nebenher konzertreif Geige spielen.

Diese Jagd nach den Alleskönnern ist nicht nur teuer, sondern bringt das Unternehmen nicht weiter, sagt die US-Psychologin Angelika Duckworth. Ergebnis ihrer Studie: Multi-Talente sind zwar intelligent – aber oft auch unentschlossen. Sie hüpfen beruflich wie privat ständig zwischen verschiedenen Prioritäten her.

Unser Tipp: Sie suchen einen Mitarbeiter, der wirklich etwas bewegt? Dann halten Sie Ausschau nach Leuten, die sich in ihrem bisherigen Leben einem Interesse oder einem Ziel verschrieben haben.

Quelle: Trendletter



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Neuer Beruf: Clickworker erledigen Großaufträge über Nacht

Honda hat ein Problem: Der Autohersteller will ein Auto bauen, das Hindernisse auf der Straße erkennt und selbstständig ausweicht. Um das System zu trainieren, werden 10.000 Fotos benötigt, auf denen Hindernisse zuvor per Hand elektronisch markiert wurden – eine Mammutaufgabe.

Die Lösung: Honda engagierte so genannte ClickworkerSelbstständige, die daheim am Bildschirm kleine Aufgaben abarbeiten. Ablauf: Die 10.000 Fotos wurden an die Internetplattform Humangrid übermittelt, bei der ca. 8.500 Clickworker registriert sind. Die Telearbeiter machten sich sofort ans Werk: Sie luden sich Fotos herunter, markierten Hindernisse und schickten die Bilder zurück an Humangrid. Pro bearbeitetem Foto erhielten sie acht Cent. Ergebnis: Der Auftrag war nach wenigen Wochen erledigt.

Diagnose: Mit Clickworking entsteht derzeit eine völlig neue Arbeitsform – wobei sich viele der Mikrojobs keineswegs auf das buchstäbliche Klicken beschränken. Zu den Aufgaben, die bei Humangrid im Angebot sind, gehört auch das Erfassung von Adressen aus Homepages (15 Cent pro Stück) sowie das Verfassen kleiner Texte (4,50 Euro für 400 Wörter).

Unsere Prognose: Mittelfristig wird es in Deutschland 100.000 bis 200.000 Clickworker geben.

Das sind die Vorteile für Unternehmen:
  • Gleiche Aufgaben in hoher Stückzahl können schneller abgearbeitet werden.
  • Da nur für abgearbeitete Aufgaben gezahlt wird, entfallen Verwaltungskosten.
Das sind die Vorteile für Arbeitnehmer:
  • Keine tote Zeit mehr. Selbst kurze Zeitabschnitte können produktiv genutzt werden.
  • Auch ohne formale Qualifikation lässt sich Geld verdienen (gute Clickworker kommen auf einen Stundenlohn von ca. 10 Euro).
Quelle: Trendletter

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