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Lesen Sie am Mittwoch, den 12. August im Trend Alert:
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Greenshoots ganz wörtlich genommen
Liebe Leserin, lieber Leser,
in diesen Tagen scheint es zwei Lager zu geben: Die einen, die die Krise als große Bedrohung sehen und ein wahres Weltuntergangs-Szenario zeichnen. Die anderen hingegen sehen zwar den Ernst der Lage, doch auch die Chancen zu Erneuerung und Umdenken, die sich in Zeiten des Umbruchs ergeben.
Während Deutschland als Land der Bedenkenträger gilt, gehen Amerikaner oft beherzter mit schwierigen Situationen um, frei nach dem Sprichwort: "Wenn das Leben Dir Zitronen austeilt, mach Limonade daraus". Viele Unternehmen nutzen die Situation, um mit neuen, flexiblen Geschäftsmodellen den Markt zu erobern. Beispielweise die Firma Green Grass At Last aus Las Vegas, die der Trendletter in seiner aktuellen Ausgabe vorstellt.
Die Dienstleistung des Unternehmens kam bisher nur in Sportstätten zum Einsatz, nun erschließt das Unternehmen auch den Privatmarkt: Green Grass At Last besprüht die Rasenfläche seiner Kunden mit einer Mischung aus Dünger und grüner Tinte. So verschwinden in Sekunden braune Stellen im Gras. Hintergrund: Viele Häuser stehen in den USA derzeit leer und die Gärten verwildern; wenn Besichtigungen anstehen, müssen die Objekte schnell wieder präsentabel aussehen.
Drei weitere Beispiele, wie Unternehmen die Krise als Chance betrachten, lesen Sie heute im zweiten Beitrag.
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Beste Grüße aus dem Rheinland sendet Ihnen Ihre

Bettina Steffen, Chefredakteurin "Trend Alert"
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Wie knappe Ackerflächen in Zukunft neue Märkte schaffen
In den USA heißt die Entwicklung ag crisis (ag steht für agricultural). Der Vorrat an landwirtschaftlicher Fläche pro Kopf der Weltbevölkerung wird kleiner, Auslöser ist vor allem das Wachstum der Bevölkerung. Deshalb sichern sich Investoren wie Jacob Rothschild und auch einzelne Länder Zugriff auf Farmland. Saudi-Arabien kauft Farmen in Äthiopien und pachtet Land in Tansania, um Weizen anzubauen. Die chinesische Regierung kauft in Afrika und Südamerika, so etwa im Kongo, wo auf 2,8 Mio. ha Ölpalmen angebaut werden.
Das sind die Folgen der Agrarkrise:
- Interessante Anlagemöglichkeiten entstehen. Bereits heute investieren Pensionsfonds von Unternehmen, etwa Dow, in Agrarland. Chess Ag Full Harvest Partners legt einen Fonds auf, der sich nur an Agrarflächen beteiligt.
- Nachfrage nach Agro-Technologie steigt. Alles, was die Erträge pro Hektar steigert, wird in Zukunft gefragt sein: leistungsfähigere Pflanzen ebenso wie neue Düngemittel und Technologien, die das Wasser besser nutzen.
- Der Handel wird abnehmen. Indien, China, Korea und die Ölscheichtümer kaufen Ackerland. Sie werden Lebensmittel selbst produzieren statt diese auf den internationalen Märkten zu kaufen.
Quelle: Trendletter
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3 Fallstudien: Wie andere Unternehmen der Krise trotzen
Fallstudie 1: Angestammte Branche verlassen
Bis vor Kurzem war Anchor Danly ein reiner Automobilzulieferer. Der Metall verarbeitende Betrieb erwirtschaftete mit GM, Ford und Chrysler 85 % seines Umsatzes. Im letzten Jahr steuerte das Management um. Ziel: Neue Kunden außerhalb der Automobilindustrie gewinnen. Heute liefert Anchor Danly Rohre für Atomkraftwerke, Stahlteile für Windkraftanlagen sowie für Bergbau- und Medizingeräte. Der Umsatzanteil der Autohersteller wurde auf 70 % gedrückt . Die Diversifizierung von Anchor Danly kann als Blaupause für andere Unternehmen dienen.
Die Erfolgsfaktoren:
- Auf Stärken aufbauen: Anchor Danly nutzt so weit wie möglich den bestehenden Maschinenpark und vorhandenes Personal. Außerdem baute das Unternehmen auf seine Expertise in der Just-in-Time-Logistik auf.
- Wertschöpfungstiefe erhöhen: Statt Metallplatten nur zu schneiden und zu schleifen, werden die Einzelteile jetzt zu ganzen Baugruppen zusammengeschweißt und lackiert. Dafür musste geringfügig in neue Schweißtechnik investiert werden.
- Management-Wissen verbreitern: Ein neuer Chef-Ingenieur wurde an Bord geholt, der auch Erfahrungen außerhalb der Autobranche vorweisen konnte.
- Schritt für Schritt vorgehen: Erfahrung von Anchor Danly: Das Projekt Neukundenakquise muss professionell gemanagt werden – mit einem Stufenplan, Meilensteinen und klaren Verantwortlichkeiten.
Fallbeispiel 2: Schwellenländer erobern
In Nordamerika, Japan und Europa ist kein Wachstum mehr möglich – vor dieser Situation befinden sich die Hersteller von Baumaschinen. Ihr Stammmarkt in den Industrieländern wird bis 2011 um ein Viertel schrumpfen. Deshalb orientieren sich die Hersteller von Raupen, Baggern und Kippladern jetzt in Richtung Schwellenländer. Denn hier ist in den kommenden Jahren mit steigender Nachfrage zu rechnen. In Indien etwa hat die Modernisierung von Straßen, Schienen und Gebäuden gerade erst begonnen.
Die Erfolgsstrategie der Baumaschinenbranche kann als Vorbild für alle Hersteller von Investitionsgütern dienen.
Die Maßnahmen im Einzelnen:
- Angebot umformatieren: Europäische Bauunternehmen erwarten, dass Maschinen kosteneffizient und zuverlässig sind. Kunden aus Schwellenländern dagegen schauen vor allem auf den Anschaffungspreis. Firmen wie John Deere haben deshalb bestehende Traktormodelle verkleinert und abgespeckt, um sie in Ländern wie Indien, Brasilien und Russland preiswerter anzubieten zu können.
- In die Zukunft denken: Die Zeiten, in denen veraltete Maschinen in Schwellenländern abgesetzt werden konnten, sind vorbei. Die dortigen Ansprüche nähern sich denen in den Industrieländern an. Beispiel: In fünf bis zehn Jahren werden in China die gleichen Emissions-Standards gelten wie im Westen. Das muss in der Produktentwicklung berücksichtigt werden.
- Lokale Partner zukaufen: Lange Zeit wurden Baumaschinenhersteller in Schwellenländern mit dem 33- Fachen ihres Gewinns bewertet. Jetzt liegt der Wert beim 8,5-Fachen – vergleichbar mit dem Niveau in den Industriestaaten. Folge: Viele Baumaschinenhersteller nutzen jetzt die Chance für Zukäufe.
Quelle: Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman "Emerging Markets – Opportunity or Threat?"; die vollständigen Texte finden Sie hier zum Download: www.oliverwyman.com/de/6293.htm
3. Fallstudie: Den Kunden auf neue Ideen bringen
Traditionell versuchen Unternehmen, dem Kunden eine Lösung für sein Problem zu verkaufen. Sybase, eine Firma, die Software für Banken anbietet, ging einen anderen Weg: Die Vertriebler wiesen die Kunden auf ein Problem hin, das diese bisher übersehen haben – nämlich die fehlende Fähigkeit, Risiken zu erkennen. Hintergrund: Die meisten Banken betreiben für alle Produkte, von der Hypothek bis zur Kreditkarte,
getrennte Risikomanagement-Systeme. Diese melden nicht, wenn ein Risiko von einem Produkt auf das andere überzugreifen droht. Sybase bietet eine Software an, die alle Risiken im Blick behält (www.sybase.com).
So ging das Unternehmen vor, um den Kunden auf neue Ideen zu bringen:
- Neues Bedürfnis identifizieren: Sybase entdeckte ein Problem, dessen sich die Banken nicht bewusst waren und das ihre Existenz gefährden konnte. Analysten hatten auf das Thema hingewiesen.
- Top-Management alarmieren: Anstatt das Produkt den üblichen Einkäufern vorzustellen, entschied man sich, diese Abwehrfront zu überspringen. Über persönliche Kontakte wurden Vorstände direkt angesprochen.
- Nicht mit der Tür ins Haus fallen: Interessierten Banken wurde zunächst angeboten, eine Studie im Haus durchzuführen. In deren Rahmen wurde geprüft, ob das jeweilige Geldhaus überhaupt von dem Risiko-Problem betroffen sein könnte.
Quelle: Trendletter
Zwei weitere Beiträge zum Thema "Fit durch die Krise":
Was wir in Zeiten des Wandels von den Emerging Markets lernen können – 3 Grundregeln
Management in Krisenzeiten: Vorsicht vor Kurzschluss-Reaktionen! |
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Neue Produkte für neue Märkte
Wenn irgend möglich, halten Sie gerade jetzt Ausschau nach neuen Vertriebswegen und Verkaufspartnerschaften. Ein Hersteller von eher europäischen Backwaren (Konditoreiprodukte) ist eines der ersten Opfer in der amerikanischen Starbucks-Kaffeekultur? Keineswegs. Eine amerikanische Großbäckerei (Servatii Pastry Shop in Cincinnati) steigerte ihren Umsatz selbst im Krisenjahr 2008 um 15 % auf 8,5 Millionen US-Dollar. Wie? Sie gaben den alleinigen Fokus auf Konditoreiprodukte auf und belieferten örtliche Krankenhäuser mit frischen Backwaren.
Aber noch eine weitere Innovation war wichtig: Die Brote, Donuts und Croissants, die das Unternehmen in die Kliniken liefert, werden ohne die berüchtigten Transfette hergestellt. Der Aufbruch zu neuen Kunden und Innovationen brachte dem Bäcker Aufträge von 10 Krankenhäusern. Und dieser neue Vertriebsweg sichert dem Pastry Shop mittlerweile mehr als ein Zehntel des Gesamtumsatzes. Die Macher haben sich rechtzeitig in der Krise in Bewegung gesetzt. Das Wachstum gegen den Markt hat die Bäckerei mittlerweile so gut aufgestellt, dass sie sogar neue Shops eröffnete – in 1b-Lagen, die gerade zu günstigen Preisen zu haben sind, weil insolvente Unternehmen die Räume verlassen mussten (www.servatiipastryshop.com).
Quelle: Zukunftsletter
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