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EINKAUF-HEUTE
Aktuelle Praxis-Tipps für Verkaufs- & Vertriebs-Profis

 
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Lesen Sie heute in Verkauf & Vertrieb inside:

Was Pokern und Verhandlungen gemeinsam haben

Liebe Leserin, lieber Leser,

derzeit ist das Pokern überaus populär, sei es im Freundeskreis oder im Internet. Die Verbindung von Strategie, Psychologie und dem unberechenbaren "Glücksfaktor" sorgt für Herzklopfen und Spannung. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bin keine Freundin von Glücksspielen und möchte Sie auch keineswegs dazu anregen, sich an den Pokertisch zu begeben.

Dennoch gibt es so manches, was man sich von den erfolgreichen Pokerspielern für die eigenen Verkaufsverhandlungen abschauen kann. Denn genau wie bei diesem Kartenspiel ist es für Verhandlungen von größter Wichtigkeit, die nächsten Schritte des anderen möglichst zu erahnen und sich eine Strategie dafür zurechtzulegen. In diesen Tagen wird besonders von der Einkäuferseite hart verhandelt - und Ihre Gegenseite steht unter einem ebenso großen Erfolgsdruck wie Sie. Genau zu wissen, wie der Verhandlungspartner "tickt" und welche Zielsetzungen er verfolgt, ist ein unschätzbarer Vorteil.

Ich habe für Sie die 3 derzeit wichtigsten Aufgaben aus Einkäufersicht zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, den nächsten "Spielzug" ihres Verhandlungspartners vorwegzunehmen und ihm - um bei unserem Bild zu bleiben - in die Karten zu schauen.
 
Beste Grüße sendet Ihnen
 
Ihre

Bettina Steffen, Chefredakteurin "Verkauf & Vertrieb inside"

 
Die 3 wichtigsten Stellschrauben des Einkaufs im 2. Halbjahr 2009 – und wie Sie als Verkäufer darauf reagieren

2009 ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Der Einkauf unter Druck, der Verkauf in vielen Branchen von einem "Verkaufs"- in einen Einkaufsmarkt gerutscht. Und für die Einkäufer hat deren Geschäftsleitung zudem drei Pflichtaufgaben ins Pflichtenheft 2009 geschrieben.

Aus Einkäufersicht: Die 3 Hauptpflichten 2009

1. Lieferantenmanagement

Ohne die Leistungen ihrer Lieferanten kann keine Einkaufsabteilung Erfolge verbuchen. Deswegen kommt der "Arbeit am Lieferanten" ein ganz besonderer Stellenwert zu. Oberstes Ziel für Einkäufer: Neue, potenzielle Lieferanten finden und die bestehenden Zulieferer bewerten, fördern und weiterentwickeln. Funktioniert das nicht, müssen sie sich von leistungsschwachen oder unwilligen Lieferanten trennen.


2. Preisarbeit und Kostenanalytik


Preiserhöhungen vorzubeugen und abzuwehren sowie Preissenkungen zu erreichen, sind die oberste Pflicht für zeitgemäß agierenden Einkauf. Die Kostenseite der Lieferanten und damit deren Kalkulation sowie die Verkaufspreise zu kennen, ist für Einkäufer von entscheidender Wichtigkeit.


3. Verhandlungstaktik/ Gesprächsführung

Das Beherrschen dieser Kommunikations-Disziplin ist die Grundvoraussetzung für die beiden vorgenannten Punkte. Fleißig trainieren ist wichtig! Grundsätzlich gilt: Das Leben ist Geben und Nehmen. Das ist in Verhandlungen nicht anders. Wichtig aber ist, dass Einkäufer unfaire Verhandlungstaktiken frühzeitig erkennen – und ihrem Gegenüber auch das deutliche Signal geben: "Netter Versuch – aber jetzt konzentrieren wir uns wieder auf das Geschäft!"

Was diese 3 Punkte für Sie als Verkaufs- oder Vertriebsleiter bedeuten:

Praxistipp zu Punkt 1: "Lieferantenmanagement"

Im Wesentlichen wird der Einkäufer zunächst fragen: "Gibt es mit wichtigen Lieferanten Schwierigkeiten?" Für Sie bedeutet das: Klopfen Sie die Historie (mindestens die letzten 12 Monate, besser die letzten 24 Monate) ab und überprüfen Sie, ob es mit einigen Kunden Probleme auf Seiten der Auftragsabwicklung gegeben hat. Wenn ja, analysieren Sie etwas genauer: Um welche Probleme handelt es sich dabei? Was hat diese Probleme verursacht (z. B. Rohstoffknappheit). Welche Gründe gibt es/ was können wir tun, damit diese Probleme nicht mehr passieren? Gehen Sie dann in die Offensive – und schreiben Sie die Kunden an!

"Sehr geehrter Herr Müller,

ich habe gute Nachrichten für Sie. In der Vergangenheit – und das bedauern wir wirklich außerordentlich – hat es bei zwei Ihrer Aufträge Lieferverzögerungen gegeben. Der Grund war die verspätete Lieferung auf Seiten eines unserer Zulieferer.

Wir haben reagiert – und damit nun dafür gesorgt, dass Ihre Aufträge zukünftig wieder so erledigt werden, wie Sie es von uns bislang gewohnt waren: Pünktlich und zuverlässig."

Praxistipp zu Punkt 2: "Preisarbeit und Kostenanalytik"

Ihre Prüffrage lautet: Was weiß der Kunde wirklich über uns? Gerade Ihre A-Kunden werden immer versuchen, Ihnen in die Karten zu schauen – um Ihre Kalkulation offenzulegen. Nur – ist das wirklich schlimm? Sie können das ja nicht verhindern. Sie können aber versuchen, einen Vorteil daraus zu schöpfen: indem Sie Ihre Kunden im Rahmen eines Angebotes etwas tiefer in die Zahlen schauen lassen als bislang. Dazu müssen Sie nicht "blank" ziehen. Aber Sie können beispielsweise bei Angebotsposten, die sich verbilligt haben, den Grund dafür angeben. Zum Beispiel "Rohstoffpreis um 15 % gesunken – diesen Vorteil geben wir an Sie weiter."

Das macht es dem Einkauf ungleich schwerer, Ihnen Geheimniskrämerei vorzuwerfen – und Sie können in Verhandlungen mit einem strahlenden Lächeln behaupten: "Sehen Sie hier – den für uns etwas günstiger gewordenen Einkaufspreis haben wir gleich an Sie weitergegeben. Denn uns ist eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen sehr wichtig!" Dagegen soll ein Einkäufer erst mal etwas sagen!


Praxistipp zu Punkt 3: "Verhandlungsführung/Gesprächstaktik"

Der Druck auf der Einkaufsseite 2009 ist enorm. Doch der Druck, der auf Ihren Schultern lastet, ist es ebenso! Im Grunde bedeutet das vor allem eines: Sind die Reviere abgesteckt, können die beiden Verhandlungsgegner Einkauf/Verkauf zu Verhandlungspartnern Einkauf/Verkauf werden. Und wenn dann am Ende eine Lösung dabei herauskommt, mit der beide Seiten gleich gut oder gleich schlecht leben können (dies ist schließlich immer eine Frage des Standpunktes), sind die Verhandlungen offensichtlich so gelaufen, dass eine für beide Seiten noch tragfähige Lösung gefunden worden ist. Das ist im Wirtschafts-Schicksalsjahr 2009 ein wirklicher Verhandlungserfolg – und bedeutet am Schluss Win-Win.


Quelle: VerkaufsManagement aktuell
Weitere Praxistipps, wie Sie Ihr Team in Verkauf und Vertrieb fit für die großen Herausforderungen der kommenden Monate machen...

 

 
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Preisverhandlungen: Schnellkurs gegen das Feilschen

Bei Preisverhandlungen merken Sie bei fast jedem Kunden: Die Einkäufer stehen unter Druck und versuchen, jeden Euro herauszuholen. Dabei handeln erfolgreiche "Feilscher" immer nach derselben Regel: Nie den ersten Schritt machen!

Die klassische Situation: Sie haben ein Angebot abgegeben. Der Auftraggeber findet das viel zu teuer. Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder machen Sie den ersten Schritt und geben ein niedrigeres Angebot ab. Oder der Auftraggeber sagt, wie viel er zahlen will.

Machen Sie sich klar: Der Auftraggeber will feilschen. Und das heißt: Jeder sagt eine Summe und dann trifft man sich in der Mitte. Wenn Sie von sich aus sofort ein zweites, niedrigeres Angebot abgeben, bringen Sie sich in die schlechtere Ausgangsposition. Sie setzen den Preis ohne Not nach unten.

Das wird klar, wenn man beide Fälle vereinfacht durchspielt:
Falsch: Sie machen den 1. Schritt
Ihr Angebot: 4.000 €
Kunde: Zu teuer!
Sie: Okay, dann eben 3.500 €.
Kunde: 3.000 €.
Sie: Dann treffen wir uns eben in der Mitte: 3.250 €.
Auftraggeber: Okay.

Richtig: Der Auftraggeber macht den 1. Schritt
Ihr Angebot: 4.000 €
Kunde: Zu teuer!
Sie: Dann machen Sie einen Vorschlag.
Auftraggeber: 3.000 €.
Sie: Dann treffen wir uns eben in der Mitte: 3.500 €.
Auftraggeber: Okay.

So haben Sie auf einen Schlag 250 € zusätzlichen Verkaufserlös erzielt!

Quelle: VerkaufsManagement aktuell

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