Die 3 wichtigsten Stellschrauben des Einkaufs im 2. Halbjahr 2009 – und wie Sie als Verkäufer darauf reagieren
2009 ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Jahr. Der Einkauf unter Druck, der Verkauf in vielen Branchen von einem "Verkaufs"- in einen Einkaufsmarkt gerutscht. Und für die Einkäufer hat deren Geschäftsleitung zudem drei Pflichtaufgaben ins Pflichtenheft 2009 geschrieben.
Aus Einkäufersicht: Die 3 Hauptpflichten 2009 1. Lieferantenmanagement Ohne die Leistungen ihrer Lieferanten kann keine Einkaufsabteilung Erfolge verbuchen. Deswegen kommt der "Arbeit am Lieferanten" ein ganz besonderer Stellenwert zu. Oberstes Ziel für Einkäufer: Neue, potenzielle Lieferanten finden und die
bestehenden Zulieferer bewerten, fördern und weiterentwickeln. Funktioniert das nicht, müssen sie sich von leistungsschwachen oder unwilligen Lieferanten trennen.
2. Preisarbeit und Kostenanalytik Preiserhöhungen vorzubeugen und abzuwehren sowie Preissenkungen zu erreichen, sind die oberste Pflicht für zeitgemäß agierenden Einkauf. Die Kostenseite der Lieferanten und damit deren Kalkulation sowie die Verkaufspreise zu kennen, ist für Einkäufer von entscheidender Wichtigkeit.
3. Verhandlungstaktik/ Gesprächsführung
Das Beherrschen dieser Kommunikations-Disziplin ist die
Grundvoraussetzung für die beiden vorgenannten Punkte. Fleißig trainieren ist wichtig! Grundsätzlich gilt: Das Leben ist Geben und Nehmen. Das ist in Verhandlungen nicht anders. Wichtig aber ist, dass Einkäufer unfaire Verhandlungstaktiken frühzeitig erkennen – und ihrem Gegenüber auch das deutliche Signal geben: "Netter Versuch – aber jetzt konzentrieren wir uns wieder auf das Geschäft!"
Was diese 3 Punkte für Sie als Verkaufs- oder Vertriebsleiter bedeuten:Praxistipp zu Punkt 1: "Lieferantenmanagement"
Im
Wesentlichen wird der Einkäufer zunächst fragen: "Gibt es mit wichtigen
Lieferanten Schwierigkeiten?" Für Sie bedeutet das: Klopfen Sie die
Historie (mindestens die letzten 12 Monate, besser die letzten 24
Monate) ab und überprüfen Sie, ob es mit einigen Kunden Probleme auf
Seiten der Auftragsabwicklung gegeben hat. Wenn ja, analysieren Sie
etwas genauer: Um welche Probleme handelt es sich dabei? Was hat diese
Probleme verursacht (z. B. Rohstoffknappheit). Welche Gründe gibt es/
was können wir tun, damit diese Probleme nicht mehr passieren? Gehen
Sie dann in die Offensive – und schreiben Sie die Kunden an!
"Sehr geehrter Herr Müller,
ich habe gute Nachrichten für Sie. In der Vergangenheit – und das
bedauern wir wirklich außerordentlich – hat es bei zwei Ihrer Aufträge
Lieferverzögerungen gegeben. Der Grund war die verspätete Lieferung auf Seiten eines unserer Zulieferer.
Wir
haben reagiert – und damit nun dafür gesorgt, dass Ihre Aufträge
zukünftig wieder so erledigt werden, wie Sie es von uns bislang gewohnt
waren: Pünktlich und zuverlässig." Praxistipp zu Punkt 2: "Preisarbeit und Kostenanalytik" Ihre Prüffrage lautet: Was weiß der Kunde wirklich über uns? Gerade
Ihre A-Kunden werden immer versuchen, Ihnen in die Karten zu schauen –
um Ihre Kalkulation offenzulegen. Nur – ist das wirklich schlimm? Sie
können das ja nicht verhindern. Sie können aber versuchen, einen
Vorteil daraus zu schöpfen: indem Sie Ihre Kunden im Rahmen eines
Angebotes etwas tiefer in die Zahlen schauen lassen als bislang. Dazu
müssen Sie nicht "blank" ziehen. Aber Sie können beispielsweise bei
Angebotsposten, die sich verbilligt haben, den Grund dafür angeben. Zum
Beispiel "Rohstoffpreis um 15 % gesunken – diesen Vorteil geben wir an
Sie weiter."
Das
macht es dem Einkauf ungleich schwerer, Ihnen Geheimniskrämerei
vorzuwerfen – und Sie können in Verhandlungen mit einem strahlenden
Lächeln behaupten: "Sehen Sie hier – den für uns etwas günstiger
gewordenen Einkaufspreis haben wir gleich an Sie weitergegeben. Denn
uns ist eine langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen
sehr wichtig!" Dagegen soll ein Einkäufer erst mal etwas sagen!
Praxistipp zu Punkt 3: "Verhandlungsführung/Gesprächstaktik"Der
Druck auf der Einkaufsseite 2009 ist enorm. Doch der Druck, der auf
Ihren Schultern lastet, ist es ebenso! Im Grunde bedeutet das vor allem
eines: Sind die Reviere abgesteckt, können die beiden
Verhandlungsgegner Einkauf/Verkauf zu Verhandlungspartnern
Einkauf/Verkauf werden. Und wenn dann am Ende eine Lösung dabei
herauskommt, mit der beide Seiten gleich gut oder gleich schlecht leben
können (dies ist schließlich immer eine Frage des Standpunktes), sind
die Verhandlungen offensichtlich so gelaufen, dass eine für beide
Seiten noch tragfähige Lösung gefunden worden ist. Das ist im
Wirtschafts-Schicksalsjahr 2009 ein wirklicher Verhandlungserfolg – und
bedeutet am Schluss Win-Win.
Quelle: VerkaufsManagement aktuell Weitere Praxistipps, wie Sie Ihr Team in Verkauf und Vertrieb fit für die großen Herausforderungen der kommenden Monate machen... |