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Vertrieb
Wertvolle Tipps rund um Ihren Vertrieb
Point of Success: 5 Top-Trends im Vertrieb
Was interessiert den Kunden der Zukunft,
wie sehen Gewinn bringende Point-of-
Sales aus, was sind die neuen Trends im
Vertrieb? Hier 5 Thesen, die den Konsum
in den nächsten Jahren prägen werden:
1. Die sich selbst verändernde Mall
Ziehen Sie frühzeitig Konsequenzen für den Vertrieb aus
gesellschaftlichen Trends, bevor Sie von
den Trends ins Abseits gestellt werden.
Die klassische amerikanische Mall war ein
Konstrukt für das weiße Mittelstandsamerika
in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der
Buford Highway Farmers Market in der
Nähe von Atlanta diente einst als Shopping-
Mall und verwandelte sich Stück für
Stück in einen wunderbaren multikulturellen
Wochenmarkt. Immer mehr Kleinläden
von Einwanderern aus Asien, Osteuropa,
Lateinamerika und der Karibik
brachten das klassische Mall-Konzept
zum Einsturz.
Mittlerweile tummeln sich
hier mehr als 700 Frischeanbieter aus der
ganzen Welt, ein herrlicher Platz für exotische
Geschmackserlebnisse aller Art. Die
Globalisierung der Mall war nicht das
Ergebnis planerischer Weitsicht im Bezug auf den Vertrieb, sondern
die soziodemografischen Veränderungen
haben aus der Mall einen polyglotten
Marktplatz des Genusses gemacht.
2. Point-of Sale mit Aussicht - spitze für den Vertrieb
Wer will heute noch einkaufen - machen
Sie Ihren Kunden zum Einkaufsreisenden.
Auch der Tourismus wird immer mehr
zum Geschäft und immer interessanter für den Vertrieb - zumindest für den stationären
Handel: Urlauber geben jährlich
13 Milliarden Euro im deutschen Einzelhandel
aus (nur Übernachtungsreisende/
ohne Tagestouristen).
Besonderen Stellenwert
hat das Shopping bei Städtereisenden.
Laut dem Einzelhandelsverband
HDE geben Touristen an beliebten Reisezielen,
vor allem in Großstädten, durchschnittlich
rund 100 Euro in den Geschäften
aus. Mehr Tages- und Wochenendreisende
sowie Shopping-Touristen polieren
schon jetzt das Image vieler Städte und
Regionen auf, was denjenigen, die Vertrieb betreiben, in die Hände spielt. Das wird in den nächsten
Jahren weitere Touristen anziehen, was
dem Einzelhandel wiederum wichtige
Umsatzimpulse verschaffen wird.
Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit,
Konsum und Tourismus zu verschmelzen:
Das Ala Moana Center auf
Hawaii wurde Ende der 1990er Jahre von
einer vor sich hindümpelnden Mall in
einen Anziehungspunkt für Touristen verwandelt.
Irgendwann hatten die neuen
Center-Manager begriffen, dass die Gäste
(in der Regel Touristen) kaum für den
täglichen Bedarf einkaufen wollten, dafür
aber das besondere Geschenk suchten -
und vor allem etwas erleben sowie schick
essen gehen wollten. Investitionen in
Höhe von 810 Millionen Dollar machten
die ehemalige Mall wieder profitabel.
Ähnliche Umnutzungen weg von der eindimensionalen
Shopping-Mall gelangen
auch mit der Natick Mall in Massachusetts
oder mit der Cottonwood Mall in
Utah. Seien Sie im Vertrieb flexibel.
3. Die Re-Urbanisierung des Konsums
Geben Sie Ihren Kunden das Gefühl
für stadtbürgerliche Zentren, soziale Kerne
und Mittelpunkte zurück.
Im März 2007 öffnete die Schweizer
Mega-Mall Sihlcity ihre Pforten. Das Ziel
dahinter: keine weitere Shopping-Meile,
nicht noch ein verwechselbares Super-
Kaufhaus, sondern ein neues Zentrum für
die gute alte Bürgerstadt Zürich. Um das
Projekt Sihlcity zu verstehen, sollte man
wissen, dass Zürich gegen Ende des 19.
Jahrhunderts seinen Mittelpunkt einbüßte.
Sihlcity (www.sihlcity.ch) soll ein
neues solches Zentrum werden.
Nicht
nur für den Stadtteil Wiedikon, auf dessen
Grund die "Einkaufsstadt" entsteht, sondern
für das kaufkräftige, 200.000 Personen umfassende Einzugsgebiet, das sich
die linke Seite des Zürichsees entlangzieht.
400 Millionen Schweizer Franken, so die
Hoffnung der Investoren, soll die "kleinste
Großstadt der Welt" jährlich einbringen.
Die so genannten "Neo-Villages" oder
"Lifestyle-Center" sollen einen Gegentrend
zu den hermetischen Einkaufs-
Malls setzen. Der Desert Ridge Marketplace
in der Nähe von Phoenix oder das
Ridge Hill Village Center in New York
begrüßen die Shopper auf begrenztem
Raum mit echten Straßen, echten Bürgersteigen,
echten Cafés und Restaurants.
Die
meisten dieser Lifestyle-Zentren befinden
sich in den Suburbs von Großstädten und
sollen ein Gefühl erzeugen, das in den
entmischten Suburbs nicht vorhanden ist:
Urbanität und Zentrierung. Das, was die
Shopping-Malls in den 50er und 60er Jahren
zerstörten, eine urban zentrierte
Handelsstruktur, versuchen sie mit den
neuen Konzepten zu reanimieren. Reurbanisierung ist gut für den Vertrieb.
4. Surprise-Marketing - Überraschungen im Vertrieb
"Pay what you want" - mit Umsonst-
Angeboten zu neuen Absatzhöhen.
Die Popgruppe Radiohead hat diese Form von Vertrieb vorgemacht:
Mit der Strategie "Zahle, was du
willst" führte die britische Band letztes
Jahr ihr Album in den Markt ein. Zur
Überraschung ihrer Fans. Denn die konnten
ganze 2 Monate lang die Musik aus
dem Internet runterladen und von ihrer
Kreditkarte abbuchen lassen, was sie wollten.
Radiohead verkauft die Platte jetzt
wieder zum regulären Preis und rangiert
mit ihrem Album ganz oben in den
Charts. Mittlerweile gibt es Friseure,
Kinos,Hotels und Gastwirte, die ebenfalls
auf den Vertriebs-Weg "Pay what you
want" setzen. Wie auch das Frankfurter
Restaurant Kish (www.kish-restaurant.de),
das seinen Gästen seit Dezember letzten
Jahres jeden Tag zur Mittagszeit die Preissouveränität
übergibt. Der Restaurantbesitzer
ist zufrieden mit dem, was die
Gäste freiwillig zahlen: Statt 7,99 Euro
zahlt im Schnitt jeder Gast 7,46 Euro,
aber dafür ist der
Umsatz gestiegen.
Das Ganze
hat nämlich auch
einen positiven
Marketing-Effekt für Kish: Vor einigen
Monaten kannten Kish nur wenige, heute
kommen mittags zwischen 130 und 150
Gäste in das Restaurant. Originelles Marketing wirkt sich auf den Vertrieb aus.
5. Back-to-Marketing
Online ist die allein selig machende Vertriebs-Strategie
- die Netznomaden kehren
zurück zum Point-of-Sale.
Im digitalisierten Medien- und Internetzeitalter
kann es sich eigentlich kein Unternehmen
mehr leisten, ohne Online-Präsenz
auszukommen. Im Zukunftsletter
01/08 haben wir bereits über die Renaissance
des Vertriebs-Wegs Filiale in der
Finanz- und Bankenbranche berichtet.
Auch im E-Commerce beginnen mittlerweile
einige Online-Shops mit der Vernetzung
zur Offline-Welt. Ein Vorreiter in
der Verlagerung von E-Commerce-Aktivitäten
in klassische Shop-Systeme ist der
erfolgreiche US-amerikanische Outdoor-
Ausrüster Nau. Ursprünglich bietet der
Bekleidungshersteller sein Sortiment nur
übers Internet an. Nun hat Nau aber auf
die Wünsche seiner Kunden, die die Kleidung
vor dem Kauf gerne probieren und
anfassen wollen, reagiert.
Die haptische
Wahrnehmung der Produkte ist seit letztem
Jahr in 4 so genannten "Webfronts"
in Boulder, Seattle, Chicago und Portland
möglich. An Computer-Terminals in den
Offline-Shops können die Kunden ihre
Kleidungsstücke auswählen, die dann für
sie vor Ort für die Anprobe zusammengestellt
werden (www.nau.com). Marketing und Vertrieb gehören zusammen.
Wie der Megatrend NeoÖkologie
unser Shopping-
Verhalten verändert
Ökologie und nachhaltige Produktion
sind Grundvoraussetzungen, die vom
Kunden in den Shopping-Welten von
morgen mit Selbstverständlichkeit
eingefordert werden. Unser Shopping-
Verhalten wird sich unter dem Eindruck
des Megatrends Neo-Ökologie
schon bald deutlich verändern und diese Änderungen bekommt auch der Vertrieb zu spüren. Hierzu
einige Zahlen:
- Wie eine OECD-Studie zeigt, könnte
Internet-Retailing den Neubau von
12,5 % an weltweiter Handelsfläche
kompensieren, ganz abgesehen von
zusätzlichen Kosten für Energie, Baumaterialien
etc.
- Eine Untersuchung von Ernst &
Young kommt zu der Einschätzung,
dass durch den Internethandel 25 bis
35 % an Lagerkosten eingespart werden
können. Berechnungen von IBM
gehen sogar noch weiter und sprechen
von einer Reduzierung der Lagerkosten
um die Hälfte.
- Untersuchungen aus Großbritannien
haben errechnet, dass sich der
Benzinverbrauch um 75 bis 95 % reduzieren
ließe, wenn Lebensmitteleinkäufe
bzw. Fahrten zu Restaurants
durch Home-Delivery-Services ersetzt
werden würden (wer möchte immer
zuhause essen?).
- Der E-Commerce insgesamt könnte
schon bald dazu führen, dass in
Haushalten auf diese Weise 40 bis
90 % weniger Benzin für den Einkauf
verbraucht wird.
- Der Bio-Markt hat auch im Jahr
2007 weiter Fahrt aufgenommen. Nach
einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung
(GfK) haben die privaten
Haushalte Ausgaben für Bio-Produkte
um rund 21 % gegenüber dem
Vorjahreszeitraum gesteigert.
Bio hat
dadurch einen Marktanteil an allen
Ausgaben für Lebensmittel und Getränke
von knapp 3 % erzielen können.
Obwohl Bio teurer ist als konventionelle
Ware - für vergleichbare Mengen
muss bis zu 43 % mehr Geld ausgegeben
werden -, sind nur noch 6 % der
Haushalte "Bio-Verweigerer". Setzen Sie auf Bio für gute Zahlen im Vertrieb.
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