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Werbepsychologie: Lassen Sie Kunden die Arbeit machen!

veröffentlicht am 18.03.2011 unter Marketing
Nutzen Sie den „IKEA-Effekt“ für Ihr Unternehmen
200 Bastler bauen sich ihr neues Auto selbst zusammen. In der Fabrik von Local Motors werden die Autos nicht nur vom Kunden abgeholt, sie werden dort auch vollständig von ihm zusammengebaut. Unter Anleitung von Profis wird der Autobau zum spannenden Erlebnis.

An insgesamt 6 Tagen, verteilt auf 2 Wochenenden, können die Bastler ihr neues Traumauto im Wert von 50.000 US-$ selbst zusammenschrauben. Noch verrückter: Sie bauen nicht etwa die vorgestanzten Teile eines Serienmodells zusammen, sondern sie waren bereits zuvor über das Internet an der kompletten Entwicklung und am Design des Fahrzeugs beteiligt.

Kunden in der Produktentwicklung
Kitesurfen gehört seit einigen Jahren zu den Trendsportarten. Die Entwicklung neuer Teile kann man natürlich nur betreiben, wenn man selbst diesen Sport ausübt. Dabei bleiben neue Ideen und Innovationen auf das beschränkt, was einem selber so einfällt. Um die Erfahrungen anderer Sportler nutzen zu können, sollte man ihr Wissen anzapfen.

Genau das konnte man auf der Website http://zeroprestige.org. Hier konnten Kitesurfer mit einem CAD-Programm einen völlig neuen Drachen entwickeln und bei einem Segelmacher vor Ort nähen lassen. Heruntergeladen wurde einfach das Schnittmuster. Inzwischen ist die freiwillig betriebene Website eingestellt - das Selbstentwerfen ist geblieben und in zahlreichen Foren möglich.

Kunden im Vertrieb
Der T-Shirt Händler Spreadshirt macht es seit Jahren vor: Kunden gestalten ihre T-Shirts selbst. Sie wählen aus einem breiten Standardangebot verschiedener Modelle und gestalten diese dann mit eigenen Aufdrucken. Der Clou: Die Gestaltung dient nicht nur dazu, ein individuelles Produkt zu erhalten, sie schafft die Grundlage für eigene Vertriebsaktivitäten.

Wer bei der Firma seine T-Shirts gestaltet, der eröffnet automatisch einen Onlineshop und kann seinen Entwurf über diesen weitervertreiben. Von der Abi-Fete bis zum Sportverein gibt es zahlreiche Ideen und Abnehmer für diese Vertriebsidee. Verstehen Sie was von Derivaten? Ich auch nicht.

Aber wer eine Ahnung von diesen Finanzprodukten hat, der kann sie auch selbst kreieren. Er erhält dafür eine eigene Wertpapierkennnummer und kann sie dann auch weitervertreiben. Angeboten wird dieser Service von mehreren Schweizer Großbanken.

Kunden als Produktgestalter

Zahlreiche Produkte eignen sich dafür, durch eine individuelle Gestaltung „persönlicher“ zu werden, zum Beispiel die Namenslieder-CD, die unter der Website http://www.namenslieder.de vertrieben wird. In die Songtexte dieser Musik-CD wird nach Wunsch ein Vorname integriert.

Durch vorab bereits aufgenommene, gesungene Vornamen kann das Unternehmen im Handumdrehen fast jeden Individualisierungswunsch erfüllen. Auch bei adidas kann man seine Sportausrüstung individueller machen.

Es gibt eine ganze Reihe von Produkten, die es Vereinen oder privaten Sportgruppen ermöglichen, eine eigene Teambekleidung zu entwerfen (bei adidas unter „mi team“ aufrufen oder hier direkt ansehen: http://www.miteam.com).

Kunden als Monteure
Bei diesem Beispiel braucht man nur IKEA zu erwähnen. Das hätte am Anfang niemand für möglich gehalten, dass man in Deutschland oder gar weltweit irgendwann „zerlegte Möbel“ so gernhaben würde.

Ein Teil des Erlebnisses IKEA ist sicher, Geld zu sparen. Der andere liegt in dem Wunsch, durch Selbstschrauben mehr Spaß am neuen Möbelstück zu gewinnen. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Sie bei IKEA auch Leuchtengestalter werden können? IKEA stellt dafür eine Vielzahl von verschiedenen Lampenschirmen zur Verfügung, die mit unterschiedlichen Lampenfüßen kombiniert werden können.

Die Chance dabei: Anstatt eine Lampe für 20 e zu kaufen, wählt der Kunde eine Kombination aus Schirm und Fuß, die vielleicht 30 e kostet. Individualität ist teuer, aber offenbar sehr befriedigend. Überlegen Sie selbst, welche Ihrer Produkte Sie zerlegen können.

Kunden als Marktforscher
Was die NASA kann, können Sie auch! Die NASA setzt so genannte Clickworker ein. Das sind Menschen, die Lust haben, anhand von Marsfotos mitzuhelfen, den Mars für die ganze Menschheit zu erforschen. Ihr Job: Krater auf dem Mars zu identifizieren (http://dawn.jpl.nasa.gov/clickworkers).

Ein britisches Trendforschungsunternehmen (http://www.springwise.com) lässt sich die neuesten Trends aus aller Welt von unentgeltlich arbeitenden Trendscouts übermitteln. So nutzen sie ein riesiges Netzwerk an Tippgebern kostenlos. Die Aussicht, einen Trend entdeckt zu haben, der dann in die Trend-Reports des Unternehmens Eingang findet, ist den Freizeittrendforschern Lohn genug.·
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